Warum brauchen wir ein Tiefenlager?
Radioaktive Abfälle müssen so lange eingeschlossen werden, bis sie zur Unschädlichkeit zerfallen sind. Egal ob gesellschaftliche Unsicherheit durch Kriege oder natürliche Ereignisse wie die Erosion durch künftige Gletscher: Unser Atommüll muss fernab von solchen Einflüssen gelagert werden, damit Mensch und Umwelt nicht gefährdet werden. Ein Tiefenlager ist die beste Lösung dafür und wurde als solche im Gesetz verankert. Die Nagra hat den Auftrag, das Schweizer Tiefenlager Terradura zu planen und zu bauen.

Wieso schiessen wir den Atommüll nicht einfach ins Weltall?
Atommüll einfach ins All schiessen – klingt nach einer sauberen, endgültigen Lösung. Doch ein Blick auf die Risiken und Kosten zeigt: Die Idee birgt mehr Probleme als Vorteile. So scheitern beispielsweise rund 10 Prozent aller Raketenstarts – das würde zu einem Atommüll-Regen führen.
Warum lagern wir den Müll nicht einfach an der Oberfläche?
Wie sich die gesellschaftlichen Verhältnisse in 100 oder 2000 Jahren entwickeln, lässt sich heute nicht voraussagen. Im Untergrund hingegen steht die Zeit praktisch still. Veränderungen laufen nur sehr langsam ab. Und: Ein geologisches Tiefenlager ist passiv – also ohne menschliches Zutun – sicher.
Zudem ist die Lagerung an der Erdoberfläche auch ein ethischen Problem: Denn so geben wir die gesamte Verantwortung an die kommenden Generationen weiter.


Wieso recyceln wir den Müll nicht einfach?
Auch bei radioaktiven Abfällen liegt der Gedanke nahe, sie – wie andere Stoffe auch – einfach zu recyceln und wiederzuverwenden. Tatsächlich gibt es mit der sogenannten Transmutation eine Idee, bei der langlebige und besonders gefährliche Abfälle in weniger langlebige umgewandelt werden könnten. Dabei werden Atomkerne gezielt verändert, sodass die Strahlungsdauer von mehreren hunderttausend Jahren auf einige hundert bis tausend Jahre sinken würde. In der Praxis ist diese Technologie jedoch bis heute nicht im industriellen Massstab einsetzbar. Sie ist technisch äusserst anspruchsvoll und würde den Bau neuer Spezialreaktoren und Wiederaufbereitungsanlagen erfordern, die in der Schweiz derzeit nicht erlaubt sind.
Hinzu kommt, dass selbst eine funktionierende Transmutation das Problem nicht lösen würde. Sie betrifft nur einen Teil der hochradioaktiven Abfälle, und bei ihrer Anwendung würden zusätzliche schwach- und mittelaktive Abfälle entstehen, die sich nicht weiter umwandeln lassen. Auch die transmutierten Stoffe selbst bleiben noch lange gefährlich und müssen weiterhin sicher von Mensch und Umwelt abgeschirmt werden.
Wie entsteht Atommüll?
Unsere radioaktiven Abfälle entstehen vor allem bei der Stromproduktion in Kernkraftwerken, zum Beispiel in Form von abgebrannten Brennelementen. Auch im Betrieb und beim späteren Rückbau der Kernkraftwerke entsteht Atommüll. Weitere radioaktive Abfälle stammen aus Medizin, Industrie und Forschung.

Wie funktioniert ein Tiefenlager wie Terradura?

Wer sind wir?
Die Nagra treibt ein Jahrhundertprojekt voran: Terradura, das Tiefenlager der Schweiz. Darin können wir unseren Atommüll sicher entsorgen – zum Schutz von Mensch und Umwelt. Dafür stehen wir von der Nagra ein: mit wissenschaftlicher und technischer Expertise, im Dialog mit der Gesellschaft.