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Zum Thema «Risse im Opalinuston»

In zahlreichen Medien wurden Artikel publiziert, welche sich auf eine Studie der ETH beziehen.

Als Doktorandin von Simon Löw, Professor für Ingenieurgeologie, hat Salina Yong im Felslabor Mont Terri (JU) untersucht, wie der Fels auf das Ausbrechen eines neuen Stollens reagiert und wie die Mechanismen zur Rissbildungen verlaufen können. Die seit langem bekannte Rissbildung wurde und wird weiterhin im Felslabor Mont Terri erforscht. Sie stellt die Eignung des Opalinustons als Lagergestein für hochaktive Abfälle nicht in Frage, sondern dient der Datenerhebung für den späteren Bau von Tiefenlagern.

Die Rissbildung beim Stollenbau ist seit langem bekannt und für die Nagra nichts Neues. Felsmechanische Untersuchungen, wie jene der Gruppe Löw, sind seit Jahren Bestandteil der Forschungsarbeiten im internationalen Felslabor Mont Terri. Die felsmechanischen Gesetze im Opalinuston und Fragen zur Rissbildung beim Ausbruch der Hohlräume waren und sind ein Schwerpunkt dieser Arbeiten.

Die Rissbildung in der Auflockerungszone und die felsmechanischen Eigenschaften des Opalinustons wurden im Entsorgungsnachweis ausgiebig behandelt. Risse bilden sich beim Bau von Stollen durch Entlastung und Austrocknung der Tunneloberfläche. Werden die Stollen nach der Abfalleinlagerung wieder verfüllt, nehmen verschiedene Tonmineralien mikroskopisch Umgebungswasser auf, beginnen zu quellen und schliessen die Risse selbstständig (Selbstabdichtung des Opalinustons).

Die neuen Erkenntnisse der Gruppe Löw stellen diese Resultate nicht in Frage, sondern sind ein weiterer Beitrag zu den Untersuchungen zum detaillierteren Verständnis dieser Prozesse. Insbesondere wird die grundsätzliche Sicherheit eines Lagers im Opalinuston, welche mit dem Entsorgungsnachweis überzeugend dargelegt wurde, nicht beeinträchtigt.

Forschung im Felslabor Mont Terri

Das Felslabor Mont Terri ist ein internationales Forschungsprojekt, das allen interessierten Organisationen offen steht. Zurzeit beteiligen sich 12 Partner aus 6 Ländern unter der Leitung der swisstopo an den breit abgestützten Forschungsarbeiten www.mont-terri.ch. Mit den Forschungsarbeiten werden nationale Forschungsinstitute, Universitäten und private Unternehmungen beauftragt. Die Arbeiten sind in der internationalen Fachwelt verankert. Ausgewählte Projekte werden von der Europäischen Union mitfinanziert. Alle Resultate des internationalen Forschungsprojekts werden veröffentlicht und stehen den Forschern weltweit zur Verfügung. Das Felslabor kann nach Voranmeldung von Interessierten besucht werden.

Die laufenden und zukünftigen Arbeiten im Felslabor Mont Terri werden zusammen mit den Resultaten eines späteren Vor-Ort-Felslabors an einem Lagerstandort für die Detailauslegung eines Tiefenlagers benötigt. Beim Stollenausbruch für die zurzeit laufende Laborerweiterung im Mont Terri wird beispielsweise ein grosser sogenannter Mineby-Test durchgeführt, um die Reaktion des Felsens auf die Ausbrucharbeiten präzise zu vermessen. In verschiedenen anderen Experimenten werden weitere felsmechanische Reaktionen des Gebirges auf lagerbedingte Einflüsse studiert (Determination of Stress, Fracture Generation of the Excavation Disturbed Zone EDZ, Geophysical Characterisation of EDZ).

Alle noch offenen Fragen werden von der Nagra untersucht

Die Frage «Gibt es noch offene technische Fragen bei der Tiefenlagerung radioaktiver Abfälle oder ist alles klar?» beantwortete der Leiter des Bereichs Technik und Wissenschaft der Nagra (Dr. Piet Zuidema) in der aktuellen Ausgabe des e-info der Nagra: «Aus unserer Sicht sind alle entscheidenden sicherheitstechnischen Fragen beantwortet. Wir könnten heute sichere Tiefenlager bauen. Bei den Tonmaterialien gibt es aufgrund ihrer vielfältigen Eigenschaften aber ein paar Punkte, die ein noch klareres Verständnis erfordern. Dies betrifft den Einfluss des Stollenbaus auf das umgebende Gestein, den Einfluss erhöhter Temperaturen auf die Tonverfüllung der Stollen sowie die Bedeutung chemischer Prozesse im Gesteinsuntergrund. Es ist unsere Pflicht, die weiteren internationalen Entwicklungen zu verfolgen und selber aktiv an der Verbesserung der technisch-wissenschaftlichen Grundlagen zu arbeiten. Mit dem positiven Entscheid des Bundesrats im Jahr 2006 zum Projekt Opalinuston der Nagra ist die Machbarkeit eines sicheren Lagers für hochaktive Abfälle in der Schweiz behördlich anerkannt.»

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