Glossar

 

Wo entsorgen

Die Frage, wo die radioaktiven Abfälle entsorgt werden, wird in den kommenden Jahren abschliessend beantwortet.

Die Wahl der ein bis zwei Standorte für geologische Tiefenlager erfolgt gemäss dem Konzeptteil des Sachplans geologische Tiefenlager. Der Bundesrat hat diesen im April 2008 in Kraft gesetzt. Das Auswahlverfahren umfasst drei Etappen und steht unter der Federführung der Bundesbehörden (BFE-Website zum Sachplan).

In der ersten Etappe (2008 – 2011) wurden mögliche geologische Standortgebiete festgelegt, die sich für den Bau sicherer Tiefenlager eignen. Die zweite Etappe (2008 – 2018) ist abgeschlossen. Darin ging es darum, die Lagerprojekte in den sechs potenziellen Standortregionen zu konkretisieren, die geologischen Standortgebiete miteinander zu vergleichen und weiter einzugrenzen. Wichtigstes Entscheidungskritierum ist die Sicherheit.

Ein zentraler Bestandteil der zweiten Etappe war zudem die regionale Partizipation: Vertreterinnen und Vertreter aus den Standortregionen brachten ihre Anliegen ins Verfahren ein. Die Nagra bezeichnete bis Ende Mai 2014 – basierend auf den Stellungnahmen der Regionalkonferenzen – in jeder der sechs Standortregionen mindestens ein Standortareal für die Oberflächenanlage eines allfälligen Tiefenlagers.

Der sicherheitstechnische Vergleich der geologischen Standortgebiete in Etappe 2 wurde gemäss den Vorgaben des Bundes durchgeführt. Basierend auf den Ergebnissen schlug die Nagra Anfang 2015 die Standortgebiete Jura Ost und Zürich Nordost für die weiteren Untersuchungen für Etappe 3 vor. Beide Standortgebiete eignen sich sowohl für ein geologisches Tiefenlager für hochaktive Abfälle (HAA) als auch für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA). Sie kommen auch für ein Kombilager in Frage.

Das ENSI prüfte den Vorschlag und kam zum Schluss, dass auch Nördlich Lägern vertieft untersucht werden soll (ENSI-Gutachten). Die Eidgenössische Kommission für Nukleare Sicherheit (KNS) und der Ausschuss der Kantone (AdK) kamen zum gleichen Schluss (Stellungnahme KNS). Der Bundesratsentscheid zu Etappe 2 folgte nach einer öffentlichen Vernehmlassung am 21. November 2018 (siehe UVEK-Medienmitteilung) und legt fest, dass alle drei Gebiete weiter untersucht werden.

Aktuell läuft Etappe 3. Die Nagra untersucht die Standortgebiete Jura Ost, Nördlich Lägern, Zürich Nordost vertieft. Sie hat zudem die Aufgabe – gestützt auf eine weitere breite Zusammenarbeit mit den Standortregionen und Kantonen – die Ausgestaltung der Oberflächeninfrastruktur zu optimieren und Areale für Nebenzugangsanlagen zu bezeichnen. Zirka 2022 gibt die Nagra basierend auf den erdwissenschaftlichen Untersuchungen bekannt, für welche Standortgebiete sie Rahmenbewilligungsgesuche für ein HAA- und ein SMA-Lager oder aber ein Kombilager ausarbeiten wird. Danach wird sie die Rahmenbewilligungsgesuche ausarbeiten und voraussichtlich 2024 einreichen.

Das Verfahren endet voraussichtlich 2029 mit dem abschliessenden Entscheid des Bundesrats und der Erteilung der nötigen Rahmenbewilligungen für die Tiefenlager. Der Entscheid des Bundesrats muss vom Parlament genehmigt werden (zirka 2030) und unterliegt dem fakultativen Referendum (allfällige Referendumsabstimmung zirka 2031).

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