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Technischer Bericht NTB 94-10

Sedimentstudie Zwischenbericht 1993 Zusammenfassende Übersicht der Arbeiten von 1990 bis 1994 und Konzept für weitere Untersuchungen

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Im Rahmen eines langfristig angelegten erdwissenschaftlichen Untersuchungsprogramms für die Entsorgung hochaktiver Abfälle untersucht die Nagra neben dem kristallinen Grundgebirge auch Sedimentgesteine als Optionen für die Aufnahme eines Endlagers. Die Zwischenberichte 1988 und 1990 hatten die generelle Abklärung sedimentärer Wirtgesteine und spezifische Untersuchungsvorschläge zum Inhalt. Der vorliegende Bericht fasst die Ergebnisse der Untersuchungen und Studien betreffend die Optionen Opalinuston und Untere Süsswassermolasse zusammen. Der erste Teil des Berichts enthält eine Übersicht der Ergebnisse (basierend auf den seit 1990 erarbeiteten Grundlagenberichten), die daraus ableitbaren Schlussfolgerungen sowie einen Vorschlag für das weitere Vorgehen. Im zweiten Teil (Anhang) sind die essentiellen Aussagen der einzelnen Grundlagenberichte in Kurzfassungen dokumentiert.

Für die Option Opalinuston konnte durch seismische Erkundung im Gebiet «Nördlich Lägern – Zürcher Weinland» tektonisch ruhige Lagerung in verschiedenen Teilgebieten nachgewiesen werden. Die regional geringen faziellen Variationen und die Mächtigkeit des Opalinustons (100 – 120 m) bestätigten die potentielle Eignung dieser Formation als Wirtgestein. Die Nagra beurteilt den Opalinuston in tektonisch ruhiger Lagerung als erfolgversprechende, vergleichsweise einfach abzuklärende Variante und schlägt vor, eine lokale Untersuchungsphase (Standortnachweis) einzuleiten. Als Explorationsgebiet steht das Zürcher Weinland im Vordergrund (grösstes tektonisch ungestörtes Areal im geeigneten Tiefenbereich). Die übrigen Teilgebiete östlich der Aare können als Reserve-Optionen betrachtet werden, ebenso das Gebiet «Jurasüdfuss – Bözberg».

Die überregionalen Studien betreffend die Untere Süsswassermolasse zeigten die Mög­lichkeiten und Grenzen der seismofaziellen Interpretation bestehender Datensätze auf. Trotz beschränkter Aussagekraft bezüglich kleinmassstäblicher fazieller Variationen konnten tendenziell ton- bis mergelreiche von sandreichen Sequenzen unterschieden, d. h. potentiell geeignete Gebiete abgegrenzt werden: im «Aquitanien» des östlichen bis zentralen Mittellandes sowie im «Chattien» der Neuenburgersee-Gegend. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse beurteilt die Nagra die Untere Süsswassermolasse als Reserve­Option mit grossem räumlichen Potential; Vorbehalte bestehen jedoch bezüglich der Explorierbarkeit sicherheitsrelevanter Elemente, namentlich die Hydrogeologie der Sandsteinrinnen. In der Unteren Süsswassermolasse wären Felduntersuchungen auf regionaler Ebene erforderlich, um Gebiete für eine gezielte Standortexploration bestimmen zu können.

Die neuen Erkenntnisse haben die Entscheidungsgrundlagen geschaffen, um im Hinblick auf einen Standortnachweis in einer Sedimentoption in erster Priorität den Opalinuston weiter zu explorieren. Es wurden zudem in beiden Optionen verschiedene Ausweichmöglichkeiten mit räumlichen Eingrenzungen konkretisiert, auf die man gegebenenfalls zurückgreifen kann.

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