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Technischer Bericht NTB 84-15

Geophysikalisches Untersuchungsprogramm Nordschweiz: Reflexionsseismik 82

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Im Rahmen der erdwissenschaftlichen Untersuchungen der Nagra wurde 1982 in der Nordschweiz ein erstes reflexionsseismisches Messprogramm durchgeführt. Es umfasste 11 Profile mit einer Gesamtlänge von 182 km. Das Ziel war die regionale Abklärung der Struktur des Grundgebirges und der darüber liegenden mesozoischen Sedimentdecke, unter besonderer Berücksichtigung der lokalen Struktur an den vorgesehenen Bohrstandorten. Die Ergebnisse waren noch vor Beginn des Bohrprogramms verfügbar. Bezüglich ihrer Aussagekraft muss zwischen dem Deckgebirge auf der einen und dem Grundgebirgssockel auf der anderen Seite unterschieden werden. Aufgrund der günstigen Reflexionseigenschaften der mesozoischen Sedimentdecke wurde in diesem Tiefenbereich fast durchgehend eine hochauflösende und differenzierte Abbildung der Schichtstruktur erreicht. Als ungleich schwieriger erwies sich die Interpretation im submesozoischen Tiefenbereich. Das Grundgebirge ist generell kontrastarm. Im Allgemeinen werden keine direkten Reflexionen der Kristallinoberfläche beobachtet. Dass unter dem Mesozoikum mächtige jungpaläozoische Sedimentbecken existieren, war schon aufgrund früherer geophysikalischer Daten (Refraktionsseismik, Gravimetrie) zu vermuten. Durch die Reflexionsseismik wurde dies lokal bestätigt (Region Weiach); die Gesamtausdehnung des «Nordschweizer Permokarbon-Troges» konnte aber erst nach dem Abteufen der Bohrung RINIKEN aufgrund von sporadischen reflexionsseismischen Hinweisen in grossen Zügen kartiert werden.

Die Interpretation und Kartierung von 5 Reflexionshorizonten lässt die folgenden Schlussfolgerungen zu: Das Relief der kristallinen Sockeloberfläche ist bedeutend komplizierter als bisher angenommen wurde. Es wird von einem 10 – 12 km breiten und bis zu 3 km tiefen Trog dominiert, der in ENE-WSW Richtung quer durch das Messgebiet verläuft. Der Nordrand des Permokarbon-Troges folgt ungefähr der Mandacher Überschiebung; wahrscheinlich wird er durch die in WNW-ESE Richtung in den Trog hineinstreichende Vorwald- und Eggberg-­Störung dextral versetzt. Im Süden endet der Trog unter der Grenze Faltenjura/Tafeljura; möglicherweise reicht ein flacheres Randbecken bis unter die südlichste Jurakette. Unter allen grösseren Überschiebungen im östlichen Falten- und Tafeljura werden zur Trogachse hin einfallende, als Abschiebungen gedeutete Störungen im Grundgebirge beobachtet. Die Basisabschiebungen unter den zwei Hauptketten des östlichen Faltenjura erreichen eine Sprunghöhe von bis zu 300 m. Es wird angenommen, dass zwischen den Grenzen des Permokarbon­-Troges, den Abschiebungen im Grundgebirge an seinem Südrand und den darüberliegenden Überschiebungen, die zur Entstehung der Juraketten führten, ein ursächlicher Zusammenhang besteht.

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