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Technical Report NTB 85-53

The Eastern Jura: Relations between thin-skinned and basement tectonics, local and regional

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Das Dissertationsgebiet von Hans Cloos im östlichen Jura liegt im Grenzbezirk zwischen den untertertiären Strukturen des Tafeljuras, einem Teil des Südostendes des Rheingrabens und den neogenen Falten und Überschiebungen des Faltenjuras. In jüngster Zeit wurden reflexionsseismische Aufnahmen von ausgezeichneter Qualität im östlich anschliessenden Gebiet durchgeführt. Sie forderten kritische neue Information zutage über die Untergrundstruktur und die Beziehungen zwischen drei aufeinanderfolgenden tektonischen Ereignissen. Das älteste ist dokumentiert in einem mehrere Kilometer tiefen und komplex zerbrochenen und gefalteten spätpalaozoischen Trog, der ungefähr ENE streicht. Seine wichtigsten Randbruchzonen wurden im Untertertiär reaktiviert, und zwar entstanden leicht zerbrochene Flexuren und kleine Falten, die in der Tiefe wurzeln und eine Amplitude von ungefähr 100 – 300 Meter erreichen. Dieser tektonische Stil steht im Gegensatz zu den gleichaltrigen Dehnungsfeldern sowohl im Westen (Rhein-Bresse Grabensystem) wie auch im Osten (Bruch­systeme des bayrischen Molassebeckens). Daraus möchte man schliessen, dass das Untersuchungsgebiet in einer vermittelnden Transformzone liegt. Während der neogenen Jura-­Abscherung über den Trias-Evaporiten blieben diese kleinen Strukturen passiv: ihre geringe Grösse ist kinematisch inkompatibel mit der intensiven Überschiebungs- und Faltentektonik der abgescherten Sedimenthaut. Andererseits wurden nach der seismischen Evidenz an ihrem jeweiligen Südfuss Überschiebungsrampen nukleiert. Die am besten definierte und einfachste dieser zusammengesetzten Strukturen ist die Mandach-Struktur im Tafeljura, eine nach Süden blickende Flexur von etwa 300 Metern Höhe. Sie entstand im Paläogen durch Reaktivierung der nördlichen Randbruchzone des paläozoischen Troges. Die Datierung als Paläogen gelingt in der östlichen Fortsetzung. Im Neogen entwickelte sich an dieser Flexur eine nordvergente Überschiebung, die gegen Süden in die allgemeine Abscherung des Juras über den Evaporiten der mittleren Trias übergeht. Der südlichste Nukleationspunkt für Überschiebungen am Sudfuss des Juras wurde offenbar wiederholt aktiviert nach Intervallen, in denen sich die Abscherung nach Norden ausbreitete. Er konnte als eine Art «Überschiebungsmühle» bezeichnet werden. Es gibt mancherlei Anzeichen für eine ähnliche Reihenfolge der Ereignisse im zentralen und westlichen Jura. Regional gesehen wurden besonders die Randstörungen wenigstens einiger der paläozoischen Tröge im Paläogen reaktiviert, und zwar hauptsächlich als Transformzonen im Rhein-Bresse-Rhone-Graben-System. Andererseits lieferte diese untertertiäre Tektonik wesentliche Randbedingungen für die neogene Jura-Abscherung, die Front der sich gegen Norden ausbreitenden Kollisionszone zwischen Europa und Afrika.

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