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Rapport Technique NTB 88-17

Recherches sur l'aptitude des sites à accueillir un dépôt final de déchets faiblement et moyennement radioactifs Rapport sur l'état des recherches Phase 1, pour le site potentiel du Bois de la Glaive (Commune d'Ollon, VD)

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Der Bundesrat bewilligte am 30. September 1985 in drei Gebieten (Bois de la Glaive VD, Oberbauenstock UR und Piz Pian Grand GR) Untersuchungen zur Standorteignung im Hinblick auf die Endlagerung schwach- und mittelaktiver Abfälle. Im vorliegenden Bericht wird der Stand der Untersuchungen am potentiellen Standort Bois de la Glaive bis Ende 1987 dargestellt und die entsprechenden Ergebnisse werden erläutert und kommentiert.

Die geplanten Arbeiten am Bois de la Glaive, welche im Untersuchungsprogramm der Nagra NTB 86-16 aufgeführt sind, hatten primär zum Ziel, die Geometrie des Wirtgesteins Anhydrit zu erfassen, also seine Begrenzung nach oben durch den sogenannten Gipshut und die Lage seiner Basis. Die von der Nagra prognostizierte grosse Ausdehnung des Anhydritkörpers – die von den Experten der Gemeinde Ollon angezweifelt wurde – bildete die Grundannahme, auf welcher die Standortwahl Bois de la Glaive getroffen wurde. Diese geplanten Untersuchungen wurden durch die geologische Detailkartierung der Oberfläche des interessierenden Gebietes eingeleitet, welche eine wichtige Grundlage für die weiteren Untersuchungen bildet.

Wegen der Opposition der Gemeinde Ollon konnte bisher keine der bewilligungspflichtigen und vom Bundesrat am 30. September 1985 bewilligten Untersuchungen durchgeführt werden. Immerhin lieferten verschiedene nicht bewilligungspflichtige Untersuchungen eine bedeutende Datenmenge. Im Einzelnen wurden folgende Arbeiten geleistet: (i) Im Rahmen einer geologischen Detailkartierung der Erdoberfläche wurde eine 22.5 km2 ausgedehnte Fläche im Massstab 1:5'000 aufgenommen. Diese geologische Studie schloss eine erste geologische Aufnahme der Galerie de Salin – Teil einer ehemaligen Bergwerkanlage des XVIII. Jahrhunderts – ein. (ii) Die bestehenden hydrogeologischen Daten über das Untersuchungsgebiet wurden zusammengestellt und ein erstes Bild der allgemeinen hydrogeologischen Verhältnisse erarbeitet. (iii) Ein provisorisches bauliches Konzept für ein eventuelles Endlager am Bois de la Glaive und für den entsprechenden Sondierstollen wurde ausgearbeitet und eine qualitative Beurteilung des Langzeitverhaltens des Wirtgesteins vorgenommen.

Die von 1984 bis 1987 durchgeführten geologischen Untersuchungen bestätigen das Vorhandensein eines relativ ausgedehnten Gips-Anhydrit-Vorkommens am Bois de la Glaive und untermauern die Annahme, dass die vertikale Ausdehnung des Anhydrits unter einem rund 20 – 40 m mächtigen Gipshut wahrscheinlich mehrere hundert Meter beträgt. Diese Untersuchungen rechtfertigen auch die Annahme, dass der Anhydrit am Bois de la Glaive relativ homogen ist, mit einem kleinen Anteil an Begleitgesteinslinsen und kleinen Abmessungen solcher Linsen sowie spärlicher Klüftung. Das Vorhandensein von tektonisch eingeschobenen Fremdgesteinslinsen ist ebenfalls wenig wahrscheinlich.

Unter dem hydrogeologischen Gesichtspunkt hat sich bestätigt, dass der Wirtgesteinskörper nach Norden, Westen und Süden sowie nach oben durch durchlässige Formationen begrenzt ist. Eine Prognose über die (hydro-) geologischen Verhältnisse im Liegenden des Anhydrits ist aufgrund der heutigen Kenntnisse nicht möglich. Wegen seiner Homogenität dürfte das Wirtgestein selbst praktisch undurchlässig sein.

Die begleitenden Studien über das Langzeitverhalten des Anhydrits zeigten, dass für die Abfallstoffe die beiden folgenden Freisetzungsszenarien relevant und – bei Vorhandensein entsprechender geologischer Situation – kritisch sind: (i) Radionuklidtransport durch das Tiefengrundwasser entlang ausgedehnter Fremdgesteinsschuppen, (ii) Wanderung der Kontaktfläche Anhydrit – Gips und damit verbundene fortschreitende Verkarstung.

Zusammenfassend lässt sich aufgrund des jetzigen Standes der Untersuchungen sowie der gesteins- und standortspezifischen Kenntnisse über den Anhydrit als Wirtgestein festhalten, dass keine Hinweise für stichhaltige Ausschlussgründe vorliegen. Diese Ergebnisse haben die Nagra veranlasst, dem Bundesrat auch für den potentiellen Standort Bois de la Glaive die Bewilligung zum Vortrieb eines Sondierstollens sowie Erkundung des Wirtgesteins aus diesem Stollen zu beantragen. Die bisher durchgeführten Untersuchungen haben indessen verdeutlicht, dass die Durchführung der im Untersuchungsprogramm NTB 86-16 vorgesehenen und vom Bundesrat am 30. September 1985 bewilligten Feldarbeiten zur Verbesserung des Kenntnisstandes vor der Aufnahme des Stollenvortriebs zumindest zum Teil unerlässlich ist.

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