Glossar

 

Nördlich Lägern

Der Bundesrat hat am 21. November 2018 entschieden, dass das geologische Standortgebiet Nördlich Lägern (ZH, AG) in Etappe 3 vertieft untersucht werden soll.

Das Gebiet im Nordwesten von Bülach ist eines der drei vom Bundesrat in Etappe 2 bestätigten möglichen Standortgebiete für ein geologisches Tiefenlager.

Geologisches Standortgebiet Nördlich Lägern

Die Standortgebiete für ein Lager für schwach und mittelaktive Abfälle (SMA) und ein Lager für hochaktive Abfälle (HAA) liegen in Nördlich Lägern in der Vorfaltenzone und werden geografisch durch die Landesgrenzen entlang des Rheins und geologisch durch eine regionale Störungszone (im Norden und im Süden) und durch die Tiefenlage des Wirtgesteins (im Süden) begrenzt. Die Gesteine im Nordosten sind weniger ruhig gelagert als jene im Standortgebiet Zürich Nordost.

Die geologischen Standortgebiete SMA und HAA eines möglichen geologischen Tiefenlagers SMA, HAA oder Kombi in Nördlich Lägern mit dem Haupterschliessungsbereich, den potenziellen Lagerzonen SMA und HAA, dem Perimeter für Nebenzugangsanlagen und den Standortarealen NL-2 und NL-6 für die Oberflächenanlage.

Standortgemeinden des geologischen Standortgebiets

Kanton Zürich: Bachs, Bülach, Eglisau, Glattfelden, Hochfelden, Neerach, Niederweningen, Oberweningen, Schleinikon, Schöfflisdorf, Stadel, Weiach

Kanton Aargau: Fisibach, Schneisingen, Siglistorf

Weiterer Verlauf der Standortwahl

Aktuell läuft die Etappe 3 der Standortwahl. Mehr Informationen dazu erhalten Sie auf der Seite zur «Standortwahl».

Ausgangslage für die Konkretisierung der Oberflächeninfrastruktur

Der Bundesrat legte Ende Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager zwei Räume für die Oberflächenanlage (OFA) im Standortgebiet Nördlich Lägern fest (NL-2 und NL-6). Der Bundesrat hat angewiesen, dass im Rahmen der regionalen Partizipation eine Einengung auf ein Standortareal stattfinden soll. Der Haupterschliessungsbereich im Untergrund befindet sich im Raum zwischen «Haberstal» und Windlach am nordwestlichen Rand der potenziellen Lagerzonen. Dieser wird mit einem Schacht als Hauptzugang im Bereich NL-6 erschlossen. Im Perimeter für die Nebenzugangsanlagen sind ein Betriebs- und ein Lüftungsschacht festzulegen. Davon ausgehend hat die Nagra für die Zusammenarbeit mit der Region vier Vorschläge ausgearbeitet.

Die konkreten Vorschläge finden Sie im Faktenblatt Nördlich Lägern

Im Standortgebiet Nördlich Lägern ist der Opalinuston das Wirtgestein für die Lagerung radioaktiver Abfälle.

Im Standortgebiet SMA Nördlich Lägern wurden in Etappe 1 mit dem Opalinuston und dem 'Braunen Dogger' zwei mögliche Wirtgesteine für ein SMA-Lager identifiziert. Für diese hat die Nagra in Etappe 2 einen sicherheitstechnischen Vergleich durchgeführt. Beide Wirtgesteine zeigen gesamthaft eine gute Barrierenwirkung; beim 'Braunen Dogger' ergeben sich aber im Vergleich zum Opalinuston eindeutige Nachteile. Somit qualifiziert sich der Opalinuston als prioritäres Wirtgestein für das SMA-Lager im Standortgebiet Nördlich Lägern.

Der Opalinuston ist rund 173 Millionen Jahre alt. Er eignet sich als Wirtgestein sowohl für ein Lager für schwach- und mittelaktive als auch hochaktive Abfälle. Die Opalinustonschicht weist in den Standortgebieten SMA und HAA eine Mächtigkeit von zirka 110 Meter auf und liefert den Hauptbeitrag zur Barrierenwirkung des Gesamtsystems. Die Rahmengesteine ober- und unterhalb des Opalinustons (Tongesteinsabfolge 'Brauner Dogger' und Effinger Schichten beziehungsweise Toniger Lias) tragen zusätzlich signifikant zur Barrierenwirkung bei. Bezüglich der oberen Rahmengesteine gibt es Ungewissheiten, die bei der Bewertung berücksichtigt wurden. Sie haben aber keinen Einfluss auf die Wahl der Standortgebiete SMA und HAA.

Die Nagra hat in den Standortgebieten SMA und HAA Nördlich Lägern das Platzangebot im technisch-wissenschaftlich bevorzugten Tiefenbereich als ungünstig beurteilt. Dies basierend auf dem Kenntnisstand für den sicherheitstechnischen Vergleich in Etappe 2. In grösserer Tiefe ist das Platzangebot zwar etwas grösser, aber dort wäre es bautechnisch schwierig, ein Tiefenlager zu bauen. Beim Bau könnte die ungünstige Tiefenlage zu einer erheblichen Schädigung der geologischen Barrieren führen. Bei der Beurteilung der Nagra-Unterlagen ist das ENSI in einzelnen Punkten zu einer Beurteilung gekommen, die von jener der Nagra abweicht. Diese Abweichungen betreffen unter anderem die Beurteilung der maximalen Tiefenlage und des Platzangebots. Beides hat eine besondere Relevanz für die Beurteilung der Standortgebiete SMA und HAA Nördlich Lägern.

 

Geologisches Profil von Nordnordost nach Südsüdwest durch das Standortgebiet Nördlich Lägern. Der Pfeil markiert den Opalinuston.

 

Geologisches Gesteinsprofil, das die im Standortgebiet Nördlich Lägern vorkommenden Gesteinsschichten zusammenfassend darstellt.

In der dritten Etappe der Standortwahl werden die verbleibenden drei Standortgebiete vertieft untersucht und abschliessend wieder miteinander verglichen. Das Untersuchungsprogramm umfasst Quartäruntersuchungen und Tiefbohrungen. Die Tiefbohrungen sollen das geologische Gesamtbild des Untergrunds in den Standortgebieten vervollständigen. Im Fokus der erdwissenschaftlichen Untersuchungen in den Tiefbohrungen stehen unter anderem Tiefenlage, Mächtigkeit, Durchlässigkeit und Zusammensetzung des Wirtgesteins Opalinuston, in dem das Tiefenlager angeordnet werden soll. Von speziellem Interesse sind auch die Eigenschaften der Rahmengesteine unter- und oberhalb des Opalinustons.

Fragen zur Region

Fragen zum Sachplanverfahren: Bundesamt für Energie BFE

WWW.BFE.ADMIN.CH > Radioaktive Abfälle

 

Fragen zur Sicherheit: Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI

WWW.ENSI.CH

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