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09.05.2019

Lehrernewsletter Mai 2019

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Schule & Jugend

Nagra in der Schule: Von Wissenschaft, Sicherheit und Politik

Wenn der sicherste Standort für ein Tiefenlager direkt unter der Stadt Zürich läge – sollte man dann ein Tiefenlager dort bauen? Über diese und weitere Fragen diskutierten Schülerinnen und Schüler am Nagra-Workshop am «TecDay» in Luzern im Januar.

«Das ist unser Suchperimeter», erklärte Lukas Oesch von der Nagra und zeigte auf die vom Beamer projizierte Karte der Schweiz: «Was brauchen wir, damit wir unser Lager bauen können? Welche Kriterien müssen erfüllt sein?». Nach einer kurzen Einführung ins Thema der nuklearen Entsorgung, einer Gruppenarbeit zu verschiedenen Entsorgungsmöglichkeiten sowie einem kurzen Referat, wurde das neu erworbene Wissen der Schülerinnen und Schüler bereits auf die Probe gestellt. Gemeinsam mit Lukas Oesch leiteten sie die Kriterien zur Standortwahl am Flipchart her.

Dass man das Tiefenlager aufgrund der aktiven Geologie nicht in den Bergen bauen kann, fanden die Schülerinnen und Schüler relativ rasch heraus, ebenso, dass Zonen mit einer erhöhten Erdbebenaktivität gemieden werden sollten. Man müsse irgendwo hingehen, wo es keine Siedlungen gebe, schlug eine Schülerin vor. Die Anwohnenden hätten sicher keine Freude, wenn ein Tiefenlager in ihrer Region gebaut werden würde.

«Soll oder darf dies wirklich ein Kriterium bei der Standortwahl sein?», fragte Lukas Oesch die Jugendlichen. «Was wäre, wenn unsere Untersuchungen zum Beispiel zeigen würden, dass der mit Abstand sicherste Standort für ein geologisches Tiefenlager genau unter der Stadt Zürich liegt? Sollte man dann das Lager dort bauen oder nicht?» Auf diese Fragen wussten die Schülerinnen und Schüler keine Antwort.

Lukas Oesch führte aus, dass bei der Auswahl des Standorts eines geologischen Tiefenlagers allein die Sicherheit im Fokus stünde und diese mit wissenschaftlichen Kriterien beurteilt werden müsse. Die Akzeptanz der Bevölkerung oder politischer Wiederstand dürfe keinen Einfluss auf die Standortwahl haben. «Es wäre politisch einfacher für uns, das Lager in einer unbewohnten Bergregion zu bauen. Wir könnten schneller arbeiten und so Kosten sparen», erklärte Oesch. Aber aufgrund der Geologie der Schweiz ginge dies nicht: «Die geeigneten Regionen sind alle im dichtbesiedelten Mittelland. Das macht unsere Arbeit herausfordernd und spannend», so Oesch. Weiter erklärte er, dass die Bevölkerung der drei verbleibenden Standortregionen ins Verfahren miteinbezogen werde. Es gäbe Regionalkonferenzen, welche mitreden könnten, so beispielsweise bei der Platzierung der Oberflächeninfrastruktur eines geologischen Tiefenlagers.

Zum Schluss konnten sich die Schülerinnen und Schüler mit Worten duellieren: Im Rahmen einer simulierten Podiumsdiskussion mit dem Titel «Ein Endlager in Luzern?», lieferten sich Tiefenlagerbefürworter und -kritiker eine engagiert geführte Debatte.

Auch bei Ihnen an der Schule

Möchten Sie den 90-Minütigen Nagra-Workshop bei Ihnen an der Schule durchführen? Dann melden Sie sich bei Felix Glauser per E-Mail:

felix.glauser@nagra.ch
+41 56 437 12 26

News

Exkursion Bohrplatz Bülach

Am 15. April 2019 hat die Nagra mit der ersten einer ganzen Reihe von Tiefbohrungen begonnen. Für die nächsten sechs bis neun Monate wird in Bülach bis auf eine Tiefe von ca. 1350 Metern gebohrt. Erfahren Sie auf dem Bohrplatz Spannendes rund um die Entsorgung radioaktiver Abfälle und was Tiefbohrungen damit zu tun haben. 

 

Der rund zweistündige Bohrplatzbesuch richtet sich an 16-18-jährige Schülerinnen und Schüler. Auf der Aussichtsplattform des Besuchercontainers erfahren die Schülerinnen und Schüler Spannendes rund um die Bohrung sowie das potenzielle Standortgebiet Nörlich Lägern. Nebst einer Gruppenarbeit zu den Vor- und Nachteilen verschiedener Entsorgungslösungen bearbeiten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Posten zum Thema Radioaktivität, dem Wirtgestein Opalinuston und dem Entsorgungskonzept. Ihre wichtigsten Erkenntnisse präsentieren die Gruppen zum Schluss ihren Mitschülerinnen und Mitschülern. 

Interessiert?
Möchten auch Sie mit Ihrer Klasse den Bohrplatz auf dem Herrenwies-Areal in Bülach besuchen? Gerne bringen wir Sie und ihre Klasser per Shuttle-Bus ab dem Bahnhof Bülach sicher hin und zurück.
Kontakt: Felix Glauser

felix.glauser@nagra.ch 
+41 56 437 12 26

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