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26.04.2018

Lehrernewsletter April 2018

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News

Raus aus dem Klassenzimmer, ab auf den Bohrplatz

In den nächsten Monaten führt die Nagra Bohrungen durch. Diese ermöglichen einen Blick in die jüngere geologische Vergangenheit – und in die Zukunft. Die Nagra bietet interessierten Schulklassen Führungen auf dem Bohrplatz an. Wie eine solche Bohrung abläuft und welche Erkenntnisse daraus gewonnen werden, erfahren Sie direkt vom Experten.

Um die Entwicklung der Landschaft während der letzten Million Jahre besser zu verstehen, führt die Nagra Bohrungen, sogenannte Quartärbohrungen durch. Diese Bohrungen reichen in der Regel einige Dutzend Meter in die Tiefe. So werden Sedimente aus dem Quartär, dem jüngsten geologischen Zeitabschnitt, gewonnen und analysiert. Die Resultate ermöglichen Prognosen darüber, wie sich die Landschaft künftig entwickeln wird. Beispielsweise kann damit prognostiziert werden, wie gut ein geologisches Tiefenlager durch die darüberliegenden Gesteinsschichten vor Erosion geschützt wird.

Quartärbohrungen werden dort gemacht, wo man am meisten Informationen über die Erosionsgeschichte erwartet. Im März hat die Nagra die erste Bohrung in Riniken durchgeführt. Ab Mai werden weitere Bohrungen unter anderem in Untersiggenthal, Gebenstorf und Neuhausen durchgeführt.

Besuchen Sie uns auf dem Bohrplatz

Die Nagra bietet interessierten Schulklassen Besuche auf den Bohrplätzen an. Kommen Sie mit Ihrer Schulklasse auf einem der Bohrplätze vorbei und lassen Sie sich von einem Experten erklären, wie genau eine solche Bohrung abläuft und welche Erkenntnisse daraus gewonnen werden. Bei Interesse oder für mehr Infos, melden Sie sich bei Marisa Brauchli +41 56 437 12 26 oder marisa.brauchli@nagra.ch.


Schule & Jugend

Forschung im Felslabor hautnah erleben

Wie kann radioaktiver Abfall möglichst sicher gelagert werden? Daran wird im Felslabor Mont Terri geforscht. Das Felslabor in 300 Metern Tiefe können Sie mit Ihrer Schulklasse besuchen.

Projektleiterin des Diffusionsexperiments, Veerle Cloet, im Felslabor Mont Terri.

Im Felslabor Mont Terri, das sich nördlich von St. Ursanne im Kanton Jura befindet, forscht die Nagra zusammen mit weiteren 15 nationalen und internationalen Forschungspartnern für die sichere Entsorgung von radioaktivem Abfall. In 300 Metern Tiefe lernen die Besucher des Felslabors die faszinierende Welt der Tiefenlagerforschung kennen. Während der geführten Rundtour durch die Stollen des Labors erhält man Einblick in rund 10 aktuelle Experimente. Eines davon ist das Langzeitdiffusionsexperiment.

Diffusionsexperimente dienen dazu, die Ausbreitung von Radionukliden (das sind instabile Atomsorten, bei deren Zerfall radioaktive Strahlung freigesetzt wird) im Gestein besser zu verstehen. Diffusionsexperimente führt die Nagra zwar schon seit vielen Jahren durch. Beim jüngsten Diffusionsexperiment kommt jedoch erstmals eine Art Messsonde zum Einsatz, die schon für Untersuchungen auf dem Mars war.

Das Experiment besteht aus vier Bohrlöchern: ein zentrales Bohrloch – in dieses wird eine Natriumiodid-Lösung eingespritzt – und in unterschiedlichem Abstand dazu, weitere drei Bohrlöcher, sog. Beobachtungsbohrlöcher. Sie alle reichen zwischen 8 und 10 m tief in den Untergrund des Felslabors. Untersucht wird nun, wie lange es dauert, bis Iod-Anionen – sie stammen von der eingespritzten Lösung – in den Beobachtungsbohrlöchern ankommen. Radioaktives Iod entsteht als Spaltprodukt bei der Kernspaltung und gelangt so in den radioaktiven Abfall. Da Iod über eine sehr lange Halbwertszeit verfügt, sind solche Experimente für die Betrachtung der Langzeitsicherheit eines geologischen Tiefenlagers von grosser Bedeutung. Modellrechnungen zufolge kommen die ersten Anionen in 2.7 Jahren im ersten Beobachtungsbohrloch an. Nach weiteren 5 Jahren wird das Iodid im zweiten Beobachtungsbohrloch nachweisbar sein. Die Diffusionsgeschwindigkeit nimmt immer mehr ab. D. h. die Anionen werden mit der Zeit langsamer. Die mittlere Transportzeit von Iod-Anionen durch 45 m Opalinuston beträgt rund 200'000 Jahre.

Ein Besuch lohnt sich

Für Schulklassen und Gruppen ab jeweils 10 Personen bietet das Besucherzentrum des Felslabors Mont Terri eine rund zweistündige Führung an. Anmelden können Sie sich bei Renate Spitznagel: +41 56 437 12 82 oder renate.spitznagel@nagra.ch.

 

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