Glossar

 

Newsletter / e-info

Nagra informiert: Aktuelles zur nuklearen Entsorgung

Zurück zur Übersicht

09.12.2011

Die Standortsuche für Tiefenlager

Die Standortsuche für Tiefenlager geht in die zweite Etappe

Die erste Etappe der Standortsuche für geologische Tiefenlager für radioaktive Abfälle ist abgeschlossen. Der Bundesrat hat am 30. November den Ergebnisbericht zur Etappe 1 des Sachplans geologische Tiefenlager (SGT) gutgeheissen und entschieden, alle sechs von der Nagra im Oktober 2008 vorgeschlagenen Standortgebiete Südranden, Zürich Nordost, Nördlich Lägern, Jura Ost, Jura-Südfuss und Wellenberg in den Sachplan geologische Tiefenlager aufzunehmen. Damit startet die Etappe 2 des Sachplans, die aktive Beteiligung der Regionen beginnt. Die Nagra hat nun als Erstes die Aufgabe, dem Bundesamt für Energie (BFE) zuhanden der sechs Regionen Vorschläge für Standortareale zur Platzierung und Erschliessung von Oberflächenanlagen vorzulegen. 

In Etappe 1 der Standortsuche überprüften die Sicherheitsbehörden und -kommissionen des Bundes, ob sich die vorgeschlagenen Standortgebiete sicherheitstechnisch für den Bau eines Tiefenlagers eignen. Sie haben alle Vorschläge der Nagra bestätigt. Gleichzeitig wurden raumplanerische Grundlagen erarbeitet und geklärt, welche Gemeinden von einem geologischen Tiefenlager betroffen sein könnten. 190 Schweizer und 13 deutsche Gemeinden wirken deshalb in Etappe 2 bei der regionalen Partizipation mit. 

Sämtliche Ergebnisse aus Etappe 1 liegen vor und wurden zusammen mit allen Berichten, Gutachten und Stellungnahmen im Herbst 2010 in die öffentliche Anhörung geschickt. Aufgrund der Anhörung wurde der definitive Ergebnisbericht zu Etappe 1 erstellt und vom Bundesrat verabschiedet. 

Gleichzeitig gibt der Bundesrat den Startschuss für die Etappe 2 der Standortsuche. Mitsprache der Regionen als zentrales Element der Etappe 2.

Die Standortregionen übernehmen in der Etappe 2 die tragende Rolle bei der regionalen Partizipation. Die Regionen haben nun die Chance, ihre eigene Kompetenz einzubringen, um die möglichen Auswirkungen eines Tiefenlagers für die Region aktiv zu beeinflussen. Sie können so in den nächsten Jahren Strategien, Massnahmen und Projekte für die nachhaltige Entwicklung ihrer Region entwickeln und nach der Standortwahl umsetzen.

Bundesrätin Doris Leuthard: «Die Sicherheit der Menschen hat oberste Priorität»

Der Bundesrat hat entschieden, alle sechs potenziellen Standortgebiete für ein Tiefenlager weiterzuverfolgen. Weshalb? 

Bundesrätin Doris Leuthard:«Niemand will ein Lager mit radioaktiven Abfällen in seiner Region. Niemand will Kernkraftwerke im näheren Wohnumfeld. Aber alle wollen Strom aus der Steckdose. Den sichersten Standort zu finden ist ein gesetzlicher Auftrag und eine moralische Verpflichtung. Die Überprüfungen in Etappe 1 haben gezeigt, dass sich alle sechs Standorte sicherheitstechnisch für ein Tiefenlager eignen. Auch eine deutsche Expertengruppe hat die Auswahl der Standorte als nachvollziehbar beurteilt. Der Bundesrat stützte sich bei seinem Entscheid auf die Einschätzungen dieser Sachverständigen. Weil für uns die Sicherheit der Menschen oberste Priorität hat, wollen wir weitere Abklärungen an allen geeigneten Orten fortsetzen.»
Die Bundesrätin Doris Leuthard im Newsletter Tiefenlager Nr. 1 des Bundesamtes für Energie BFE, Dezember 2011.

Newsletter abonnierenbit.ly/Newsletter-Tiefenlager

 

Die sechs festgelegten Standortgebiete für die Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager (SGT): Südranden, Zürich Nordost, Nördlich Lägern, Jura Ost, Jura-Südfuss und Wellenberg. (Quellen: swissBOUNDARIES3D, Vektor 200 © swisstopo) 11_12_03_aktuell 

  

Start der regionalen Partizipation zu Oberflächenanlagen

Die Etappe 2 des Sachplans wird aufgrund der aktuellen Planung rund vier Jahre dauern. Als erster Schritt geht es 2012 darum, für jede der sechs möglichen Standortregionen festzulegen, wo die zum geologischen Tiefenlager gehörende Oberflächenanlage zukünftig gebaut werden könnte. Als Diskussionsgrundlage wird die Nagra pro Standortregion mehrere mögliche Standortareale vorschlagen. Um eine transparente Information zu gewährleisten, wird das BFE Informationsveranstaltungen für die betroffenen Grundeigentümer sowie für die Bevölkerung der Standortgemeinden durchführen. 

Modellhafte Darstellung der Oberflächenanlage als Teil der Kernanlage für ein Hochaktiv-Lager.

 

Die Regionalkonferenzen in den Regionen diskutieren sodann die Vorschläge der Nagra. Sie können sie modifizieren oder zusätzliche Vorschläge zur Platzierung der Oberflächenanlage einbringen. Am Schluss wird pro Region mindestens ein Standortareal bezeichnet.

Im späteren Verlauf der Etappe 2 wird für alle Standortregionen eine kantonsübergreifende, vergleichende sozioökonomisch-ökologische Wirkungsstudie (SÖW) unter Beteiligung der Regionen durchgeführt. Damit werden mögliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen eines Tiefenlagers auf die Regionen geprüft und allfällige Massnahmen zusammen mit den Regionen erarbeitet.


Safety first: Einengung der Standortgebiete

Die Sicherheit bleibt jedoch das wichtigste Element bei der Suche nach dem Standort für ein geologisches Tiefenlager. Im Verlauf der Etappe 2 muss die Nagra die Standortgebiete auf mindestens zwei pro Abfallkategorie (schwach- und mittelradioaktive Abfälle SMA sowie hochradioaktive Abfälle HAA) einengen.

Grundsätze zur Einengung der Standortgebiete für Tiefenlager ab 2013 

Kein Standortgebiet wird in Etappe 2 aufgrund weniger umfangreicher Untersuchungen oder geringerer Kenntnisse ausgeschlossen. Für Etappe 2 läuft ein umfangreiches erdwissenschaftliches Untersuchungsprogramm zur Erhöhung des Kenntnisstandes. Wenn in Etappe 2 nachgewiesen wird, dass ein geologisches Standortgebiet sicherheitstechnische Nachteile gegenüber den anderen aufweist, wird es ausscheiden. Alle anderen Standortgebiete werden für Etappe 3 vertieft untersucht (z.B. mit Bohrungen, 3D-Seismik etc.). 

Abfallhandhabung ist heute Routine: Anlieferung eines Transportbehälters mit abgebrannten Brennelementen im ZWILAG. Foto: Comet

  

Zurück zur Übersicht
Um unsere Dienste zu verbessern, verwenden wir Cookies. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden. Erfahren Sie hier mehr über Rechtliches und Datenschutz
Akzeptieren