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Nagra informiert: Aktuelles zur nuklearen Entsorgung

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18.12.2008

Sechs Standortgebiete kommen für ein Tiefenlager in Frage

6. November 2008, Medienzentrum Bundeshaus in Bern. Medienkonferenz des Bundesamtes für Energie (BFE). Anwesend: gegen 50 Journalistinnen und Journalisten.

 

Gaben an der Medienkonferenz vom 6. November Antworten (von links nach rechts): Thomas Ernst, Nagra; Hans Wanner, HSK; Walter Steinmann, BFE; Marianne Zünd, BFE; und Michael Aebersold, BFE.

 

Zuerst stellte Walter Steinmann, Direktor des BFE, das Sachplanverfahren vor. Danach erläuterte Hans Wanner von der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) die Kriterien, die zum Vorschlag der Standortgebiete geführt haben. Schliesslich war Thomas Ernst an der Reihe, die Standortgebiete der Nagra vorzustellen. Auf Seite 2 und 3 dieses Infos sind die Vorschläge der Nagra beschrieben.

Das Medienecho auf die Bekanntgabe der Standortvorschläge war gross. Hunderte von Beiträgen in Zeitungen, Radio und Fernsehen wurden gleichentags und in den folgenden Tagen veröffentlicht. Ein Thema, das sicher auch in den nächsten Wochen viel zu reden geben wird.

Auswahl einiger Titelzeilen aus Schweizer Printmedien.

Thomas Ernst, Vorsitzender der Nagra Geschäftsleitung

«Standortwahlverfahren für geologische Tiefenlager ist jetzt neu lanciert.» 

Der Bundesrat hat am 2. April 2008 den Konzeptteil des Sachplans geologische Tiefenlager genehmigt. Er hat damit die notwendigen Regeln des Auswahlverfahrens für die Standortsuche langfristig sicherer geologischer Tiefenlager in der Schweiz festgelegt. Die Nagra hat in einer ersten Etappe des Sachplanes die Aufgabe erhalten, geeignete Standortgebiete sowohl für ein Lager der hochaktiven Abfälle als auch der schwach- und mittelaktiven Abfälle vorzuschlagen.

Zur Erfüllung dieser technisch anspruchsvollen Aufgabe kann die Nagra auf anerkanntes Fachwissen und eine breite geologische Datenbasis zurückgreifen. Das notwendige Know-how wurde in den letzten 30 Jahren aufgebaut, die Grundlagen sind vorhanden:

2006 wurde der geforderte Nachweis der sicheren Entsorgung in Tiefenlagern für alle Arten radioaktiver Abfälle vom Bundesrat anerkannt.
Das neue Kernenergiegesetz und der Sachplan legen die Regeln zur Standortsuche verbindlich fest.

Die Nagra hat nun – mit Hilfe der vorgegebenen sicherheitstechnischen Kriterien – Standortvorschläge erarbeitet, diese begründet und am 17. Oktober 2008 dem Bundesamt für Energie (BFE) eingereicht. Die Öffentlichkeit wurde an einer Pressekonferenz am 6. November über die Vorschläge der Nagra orientiert.

In den kommenden Wochen passiert viel. Das Bundesamt für Energie führt zusammen mit den Kantonen Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung in den vorgeschlagenen Regionen durch. Gleichzeitig startet die Prüfung der Nagra-Berichte durch die dafür zuständige Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) und die Kommissionen des Bundes. Neben den Behörden wird sich auch die Nagra den Fragen der Regionen stellen. Es ist ihr ein Anliegen, ein Gesprächspartner für alle zu sein.

Thomas Ernst

 

Aufgrund sicherheitstechnischer Kriterien schlägt die Nagra sechs Standortgebiete Schrittweise Einengung vor.

Am 6. November 2008 präsentierte das Bundesamt für Energie (BFE) die Vorschläge für geologische Standortgebiete der Nagra. Massgebend für die Auswahl waren dabei die vom Bund vorgegebenen technisch-wissenschaftlichen Kriterien.

Geologische Tiefenlager für alle radioaktiven Abfälle sind in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben. Sie bieten die notwendige Sicherheit, bis die Radioaktivität der Abfälle auf unbedenkliche Werte abgeklungen ist. Doch wo sollen sie gebaut werden? Der Sachplan geologische Tiefenlager legt die Kriterien und das Verfahren zur Standortwahl fest und regelt die Partizipation der Bevölkerung. Die nun vorgeschlagenen Standortgebiete der Nagra basieren auf technisch-wissenschaftlichen Grundlagen. Die gesamtheitliche Beurteilung der Vorschläge ist Aufgabe der Behörden und des Bundesrates.


Die fünf Schritte zur Einengung der Standortgebiete für HAA, für SMA


Schritte 1 und 2: Abfallzuteilung, Sicherheitskonzept

  • Zuteilung der Abfälle auf die beiden Lagertypen SMA (schwach- und mittelaktive Abfälle) bzw. HAA (hochaktive Abfälle)
  • Ausarbeitung des Sicherheitskonzeptes für die Lager und Bestimmung der Anforderungen an die technischen Barrieren und das Wirtgestein


Die Abfallzuteilung berücksichtigt:

  • Volumen, radiologische Eigenschaften der Abfälle (z. B. Halbwertszeiten)
  • Materialeigenschaften der Abfallgebinde
  • mögliche Auswirkungen der Abfälle auf das Wirtgestein

Das Sicherheitskonzept berücksichtigt:

  • Isolation der Abfälle vom menschlichen Lebensraum über erforderliche Zeiträume und Gewährleistung der Langzeitstabilität
  • Beschränkung der Freisetzung radioaktiver Stoffe; zusätzliche Strahlenbelastung bleibt im Vergleich zur natürlichen Strahlung sehr klein
  • Ausgestaltung der Sicherheitsbarrieren 

 

Schritt 3: Auswahl geeigneter geologisch-tektonischer Grossräume

Kriterien für die Grossräume:

  • Erosion
  • Beständigkeit der Standort- und Gesteinseigenschaften
  • Prognostizierbarkeit der Langzeitveränderungen
  • Explorierbarkeit der räumlichen Verhältnisse
  • Räumliche Ausdehnung

Betrachtungszeitraum schwach- und mittelaktive Abfälle: 100’000 Jahre

Betrachtungszeitraum hochaktive Abfälle: 1 Million Jahre

 

Schritt 4: Auswahl geeigneter Wirtgesteine 

Kriterien für die bevorzugten Wirtgesteine:

  • Räumliche Ausdehnung
  • Hydraulische Barrierenwirkung
  • Beständigkeit der Standort- und Gesteinseigenschaften
  • Felsmechanische Eigenschaften und Bedingungen 

 

Schritt 5: Abgrenzung der geologischen Standortgebiete 

Standortgebiete:

  • Geeignete Tiefenlage und Mächtigkeit der Wirtgesteine
  • Ausweichen von Störungen mit Sicherheitsabstand
  • Abstand zu tiefen Erosionsrinnen, die während der letzten Eiszeiten entstanden sind
  • Ausschluss von Nutzungskonflikten

 

Aufgrund sicherheitstechnischer Kriterien schlägt die Nagra sechs Standortgebiete vor.

 

Die Vorschläge

 

Die Wirtgesteine für hochaktive Abfälle

Als Wirtgestein für ein Lager hochaktiver Abfälle eignet sich der Opalinuston. Sechs Gesteine erfüllen die Mindestanforderungen. Nach der Anwendung verschärfter Anforderungen betreffend Durchlässigkeit und Gesteinsbeschaffenheit bleibt nur noch der Opalinuston übrig.

 

Die Standortgebiete für hochaktive Abfälle

Bözberg Nördlich Lägeren Zürcher Weinland

 

Die Wirtgesteine für schwach- und mittelaktive Abfälle

Als Wirtgesteine für ein Lager schwach- und mittelaktiver Abfälle eignen sich vor allem tonreiche Sedimentgesteine. Acht Gesteine erfüllen die Mindestanforderungen. Nach der Anwendung verschärfter Anforderungen betreffend Durchlässigkeit und Gesteinsbeschaffenheit bleiben noch vier übrig. Dazu gehören der Opalinuston, der Braune Dogger, die Effinger Schichten und die helvetischen Mergel-Formationen. 

Die Standortgebiete für schwach- und mittelaktive Abfälle 

Südranden Nördlich Lägeren Zürcher Weinland

 

Bözberg Jura-Südfuss Wellenberg

 

Option Kombilager

An den drei Standortgebieten Zürcher Weinland, Bözberg und Nördlich Lägeren ist auch ein Kombilager möglich. Das heisst, die unterirdischen Lagerteile für hochaktive und schwach- und mittelaktive Abfälle könnten von einem einzigen Oberflächenstandort aus erschlossen und betrieben werden. Im Zürcher Weinland und im Gebiet Nördlich Lägeren könnten die Stollen für die hochaktiven Abfälle im Opalinuston und die Kavernen für schwach- und mittelaktive Abfälle im Braunen Dogger oder im Opalinuston angelegt werden. Im Gebiet Bözberg würden sowohl Stollen für hochaktive Abfälle und Kavernen für schwach- und mittelaktive Abfälle in den Opalinuston zu liegen kommen.

 

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Information ist wichtig - Besuchen Sie den neuen Internet-Auftritt der Nagra


Anlässlich der Bekanntgabe der Standortgebiete hat die Nagra einen neuen Internet-Auftritt aufgeschaltet. Besuchen Sie uns im Internet und erfahren Sie das Neueste über die nukleare Entsorgung in der Schweiz.

Neue Broschüren für Sie

Mit den Broschüren können Sie sich schnell in die umfangreiche Materie der nuklearen Entsorgung einlesen.

Inhalt der Broschüre:

Beschreibung des Auswahlverfahrens für die Standortgebiete
Beschreibung aller geologischen Standortgebiete

Inhalt der Broschüre:

Herkunft und Behandlung radioaktiver Abfälle in der Schweiz
Angaben zum Abfall-Volumen
Ziel und Konzept der geologischen Tiefenlagerung

Inhalt der Broschüre: 

Neuester Überblick zur Entsorgung radioaktiver Abfälle 

Beschreibung der Einengungsschritte, welche zu den Vorschlägen der Nagra führten 

Beschreibung geologischer Bedingungen und der Auswahlkriterien Prüfung und Bewertung aller möglichen Wirtgesteine

Inhalt der Broschüre: 

Einfacher Überblick, wie das Entsorgungskonzept radioaktiver Abfälle aussieht Zielsetzung der Entsorgung Schritte zum sicheren Tiefenlager

 

 

 

Informationsveranstaltungen des BFE für die Standortgebiete

Zurzeit finden in den sechs vorgeschlagenen Standortgebieten Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung statt.

Vertreter der Kantonsregierungen, das Bundesamt für Energie (BFE), die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) und die Nagra erläutern das Auswahlverfahren sowie das weitere Vorgehen und beantworten die Fragen der Bürger Südrandens.

Südranden (Kanton SH) 18. Nov. 2008, 19:00 Uhr, Kirchgemeindehaus, Neuhausen am Rheinfall
Nördlich Lägeren (Kantone ZH und AG) 20. Nov. 2008, 19:30 Uhr, Mehrzweckhalle, Glattfelden
Zürcher Weinland (Kantone ZH und TG) 24. Nov. 2008, 19:30 Uhr, Mehrzweckhalle, Marthalen
Wellenberg (Kanton OW) 25. Nov. 2008, 20:00 Uhr, Aula des Dorfschulhauses
Wellenberg (Kanton NW) 03. Dez. 2008, 19:30 Uhr, Mehrzweckhalle Turmatt Stans
Jura-Südfuss (Kanton SO) 04. Dez. 2008, 19:30 Uhr, Mehrzweckhalle, Niedergösgen
Bözberg (Kanton AG) 11. Dez. 2008, 19:30 Uhr, Turnhalle, Oberbözberg
Jura-Südfuss (Kanton AG) 17. Dez. 2008, 19:00 Uhr, Kultur- und Kongresshaus (KUK), Aarau
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