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Medienmitteilung

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28.08.2015

3D-Seismik in Jura Ost – Jeder Grundeigentümer wird persönlich kontaktiert

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) des Kantons Aargau hat die Bewilligung für die Durchführung der 3D-seismischen Untersuchungen in der Region Jura Ost erteilt.

Diese sind Teil der sicherheitstechnischen Abklärungen im Sachplanverfahren geologische Tiefenlager. Mit der Bewilligung kann die Nagra jetzt mit den Vorarbeiten für die Messkampagne beginnen. Ab kommender Woche ist ein sechsköpfiges Team im Gebiet rund um den Bözberg unterwegs, um die betroffenen Grundeigentümer und Pächter persönlich zu informieren. Die seismischen Messungen beginnen Ende September.

«Mein Team und ich starten nächste Woche im Raum Villigen / Mandach und sind dann im ganzen Gebiet Jura Ost unterwegs», sagt Teamleiter Hanspeter Weber, Geologe der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra). Er konkretisiert: «Wir werden rund einen Monat lang von Montag bis Samstag von Tür zu Tür gehen und dabei wird jeder von uns mehrere Gespräche pro Tag führen.» Insgesamt müssen rund 1200 Grundeigentümer informiert werden. Die sechs Teammitglieder sind mehrheitlich aktive oder pensionierte Nagra-Mitarbeitende, die einen Bezug zur Region haben und sich um die Anliegen der Grundeigentümer und Pächter kümmern. Für die Gesamtkoordination ist der externe Seismik-Experte Michael Sonderegger zuständig. Er ist für Fragen oder Anliegen über die Gratis-Hotline 0800 437 333 und per Mail über seismik@nagra.ch erreichbar.

Nach der Information der Grundeigentümer werden Vermesser im Feld unterwegs sein. Sie kartieren alle Punkte, an denen mit Vibrationsfahrzeugen Schwingungen erzeugt oder Messinstrumente (Geofone) platziert werden. Mit einem Holzpflock werden diese Punkte markiert. Anschliessend werden die Messinstrumente platziert, und zwar hauptsächlich in Feldern und Wäldern. Sie bleiben bis zu drei Wochen an einem Ort liegen. Die 3D-seismischen Untersuchungen beginnen nach derzeitigem Stand Ende September.

Im Gebiet Jura Ost wird eine Fläche von ca. 100 Quadratkilometern untersucht. Dabei bewegen sich die Vibrationsfahrzeuge vor allem auf dem Strassen- und Wegenetz. Das Messprinzip ist ähnlich wie beim Echolot auf Schiffen: An der Oberfläche erzeugen Vibrationsfahrzeuge schwache Schwingungen, die im tiefen Untergrund an den Gesteinsschichten zurückgeworfen (reflektiert) und an der Erdoberfläche mit den empfindlichen Geofonen empfangen werden. Die 3D-Seismik liefert ein räumliches Abbild des Untergrunds bis in mehr als einen Kilometer Tiefe. Die Ergebnisse sind wichtig zur Klärung sicherheitstechnischer Fragen im Rahmen der Standortwahl für geologische Tiefenlager.
Nach Abschluss der Messungen und erfolgten Aufräumarbeiten geht das Team von Hanspeter Weber nochmals zu den Grundeigentümern: «Wir wollen uns vergewissern, dass alles in Ordnung zurückgelassen und sauber aufgeräumt wurde», betont Weber.

Die Untersuchungen im Gebiet Jura Ost dauern von Ende September bis voraussichtlich Mitte Dezember. Danach wird im Gebiet Zürich Nordost gemessen. Es wird jeweils Informationsanlässe für die Bevölkerung geben.

Hinweis: Auf dem Blog www.seismik-news.ch werden aktuelle Hintergrundinformationen zu den 3D-seismischen Untersuchungen vermittelt.

 

Kontaktperson: 
Jutta Lang, Ressortleiterin Medienstelle, 076 341 37 00, jutta.lang@nagra.ch

Von links nach rechts: Hanspeter Weber, Kurt Jäggi, Michael Sonderegger, Petra Blaser, Walter Gassler, Bernhard Schwyn und Peter Steffen.
Bild: Maria Schmid
Grossformatiges Bild in Druckauflösung

 

Gemäss Schweizer Kernenergiegesetz sind die Verursacher radioaktiver Abfälle für eine sichere Entsorgung verantwortlich. 1972 haben die Kernkraftwerk-Betreiber und der Bund dafür die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) gegründet. Sie hat ihren Sitz in Wettingen (AG). Die Nagra ist das technische Kompetenzzentrum der Schweiz für die Entsorgung radioaktiver Abfälle in geologischen Tiefenlagern.

100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich täglich für diese wichtige Aufgabe ein – aus Verantwortung für den langfristigen Schutz von Mensch und Umwelt. Umfassende Forschungsprogramme in zwei Schweizer Felslabors und eine intensive internationale Zusammenarbeit sichern die Kompetenz.

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