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Mondmission im Felslabor Grimsel erfolgreich abgeschlossen

Wo an der Entsorgung radioaktiver Abfälle geforscht wird, wagten Mitte Juli «Astronautinnen und Astronauten» ihren ersten simulierten Mondspaziergang. Nun sind sie wieder zurück an der Erdoberfläche.

«Viele Menschen verbringen ihre Ferien am Strand, ich in einer Höhle», sagt Sebasthian Ogalde und lacht. Gemeinsam mit fünf weiteren «Astronauten» verbrachte er im Juli neun Tage tief unter der Erde im Stollensystem des Felslabors Grimsel. Dort wurde die Mondmission «Asclepios 1» unter möglichst realistischen Bedingungen simuliert. Dafür opferte der 27-jährige Satelliten-Ingenieur aus Chile gerne seine Ferien. Seit sieben Jahren tut er alles, um seinen grossen Traum zu realisieren: Astronaut werden! «Diese simulierte Mondmission ist für mich eine sehr wertvolle Erfahrung. Es hat sich wirklich so angefühlt, als wären wir in einer Basis auf dem Mond», erzählt Ogalde.

Die «Astronauten», Manuela Raimbault und Sebasthian Ogalde in ihren Raumanzügen
Die «Astronauten», Manuela Raimbault und Sebasthian Ogalde in ihren Raumanzügen. Quelle: Comet Photoshopping GmbH, Dieter Enz

Man weiss, dass es auf dem Mond Tunnelsysteme gibt, welche vor Jahrmillionen durch den Austritt von Lava entstanden sind. Eine zukünftige Basis auf dem Mond könnte in einem solchen Tunnelsystem gebaut werden. «Aus diesem Grund eignete sich das Stollensystem des Felslabors Grimsel perfekt, um eine Mondmission zu simulieren», so Ogalde.

Durchgeführt und organisiert wurde die Mission von Studierenden – die meisten von der ETH Lausanne – unter dem Dach der Studentenorganisation «Space@yourService». Unterstützt wurden die Studierenden von verschiedenen Unternehmen und Organisationen, auch von der Nagra. Sie stellte den Studierenden einen Teil ihres Felslabors zur Verfügung und unterstützte den Bau der Mondbasis sowie die Durchführung der Mission. «Bei den meisten unserer Experimente arbeiten interdisziplinäre Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammen, wie beim Asclepios-Projekt. Die Fähigkeit in solchen Teams zusammenzuarbeiten, ist heutzutage in der Wissenschaft enorm wichtig. Es hat viel Spass gemacht, diese jungen und super engagierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Planung und der Durchführung dieses einzigartigen Projektes zu unterstützen», sagt Dr. Ingo Blechschmidt, Ressortleiter des Nagra-Felslabors.

Nach neun Tagen ohne Sonnenlicht, abgeschottet von der Aussenwelt und umgeben von kühlem Gestein, könnte man meinen, dass Sebasthian Ogalde froh ist, wieder an der Oberfläche zu sein. Vermisst habe er aber nicht wirklich etwas. «Ich hätte gut noch länger in der Basis bleiben können. Es waren zwar sehr intensive Tage, ich konnte jedoch auch extrem viel von den anderen Crewmitgliedern lernen. Ich bin sehr dankbar, dass ich Teil dieser simulierten Mondmission sein durfte», so Ogalde. Nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause geht es für den 27-Jährigen Anfang August bereits weiter. In Island wird er Teil einer simulierten Marsmission sein. Wir hoffen, dass er auch von dieser Mission wieder heil zur Erdoberfläche zurückkehrt.

«Müde aber glücklich». Die sechs «Astronautinnen und Astronauten zurück an der Erdoberfläche im «Mission Control Center» in der Schule der Gemeinde Guttannen
«Müde aber glücklich». Die sechs «Astronautinnen und Astronauten zurück an der Erdoberfläche im «Mission Control Center» in der Schule der Gemeinde Guttannen. Quelle: Nagra

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