Glossar

 

Medienmitteilung

Zurück zur Übersicht

06.11.2014

Im Felslabor findet ein Testlauf für das Tiefenlager statt

Der bisher grösste und aufwendigste Test der Nagra im Felslabor Mont Terri geht nach dreijähriger Vorbereitungszeit in eine entscheidende Phase.

Drei Versuchsbehälter werden in einen Lagerstollen eingebracht und mit Bentonit-Granulat verfüllt – es sind die gleichen Grössenverhältnisse und ähnliche Arbeitsabläufe wie in einem zukünftigen Tiefenlager für hochaktive Abfälle.In den kommenden Jahren kontrolliert die Nagra, wie sich die Wärme auf das Bentonit-Granulat und das umliegende Gestein auswirkt. Die gewonnenen Daten werden wichtige Erkenntnisse für die weitere Planung des späteren Tiefenlagers liefern.

Seit 1996 forscht die Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) im Felslabor Mont Terri im jurassischen St-Ursanne. Das Felslabor ist ein internationales Forschungszentrum, das vom Bundesamt für Landestopografie, swisstopo, betrieben wird.

Für das «Full-Scale Emplacement»-Experiment (kurz: FE-Experiment) wurde im Felslabor Mont Terri ein 50 Meter langer Stollen mit einem Durchmesser von knapp 3 Metern im Massstab 1:1 eines zukünftigen Tiefenlagerstollens aufgefahren. Messtechniker haben den Hohlraum mit hunderten Messinstrumenten ausgestattet, so dass später kleinste Veränderungen im Stollen und umgebenden Gestein untersucht werden können. Zurzeit werden drei Versuchsbehälter eingelagert. Jeder Behälter ist 4.6 Meter lang und hat einen Durchmesser von einem Meter. Das verbleibende Volumen im Stollen wird mit einer eigens entwickelten Maschine dicht mit Bentonit-Granulat verfüllt.

Im Felslabor darf nicht mit radioaktiven Abfällen gearbeitet werden, darum simulieren eingebaute Heizelemente in den Versuchsbehältern die Wärmeabgabe der hochaktiven Abfälle. Ziel des FE-Experiments ist es, die Auswirkungen der Wärme auf das Bentonit-Granulat und das umliegende Gestein, den Opalinuston, zu messen. Das FE-Experiment wird zusätzlich dazu genutzt, praktische Erfahrungen mit den Einlagerungsprozessen in einem späteren Tiefenlager zu sammeln. «Die Erkenntnisse, die wir aus dem FE-Experiment gewinnen, sind wichtig für die Planung und Auslegung des späteren Tiefenlagers», erklärt Herwig Müller, Projektleiter der Nagra. Anhand der gewonnenen Daten und Erkenntnisse können die Wissenschaftler überprüfen, ob sich im späteren Tiefenlager in den ersten Jahrzehnten alles so entwickelt, wie sie das heute prognostizieren.

Kontakt

Ressortleiterin Medienstelle
Jutta Lang: 076 341 37 00
jutta.lang@nagra.ch

Terminankündigung für Medienschaffende

Ende November / Anfang Dezember führen wir einen Anlass für Medienschaffende im Felslabor Mont Terri durch.
Wir möchten Ihnen zeigen, wie die späteren Endlagerbehälter in den Lagerstollen eingebracht werden und der Stollen mit dem Bentonit-Granulat verfüllt wird. Sie erhalten einen Blick hinter die Kulissen unserer Forschung.
Da der Termin stark vom Fortschritt der Arbeiten abhängig ist, können wir Ihnen den definitiven Termin erst Mitte November mitteilen.
Der Termin eignet sich auch für Fernseh- und Radio Journalisten.
Hunderte von Messinstrumenten registrieren kleinste Veränderungen im Stollen und im umliegenden Gestein. Bild: Comet
Für die Verfüllung des Stollens mit Bentonit- Granulat wurde eigens eine Maschine entwickelt. Bild: Comet
Der Behälter wird präzise im Stollen platziert und anschliessend der Hohlraum mit Bentonit-Granulat verfüllt. Bild: Nagra
Grossformatige Bilder in Druckauflösung

 

Gemäss Schweizer Kernenergiegesetz sind die Verursacher radioaktiver Abfälle für eine sichere Entsorgung verantwortlich. 1972 haben die Kernkraftwerk-Betreiber und der Bund dafür die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) gegründet. Sie hat ihren Sitz in Wettingen (AG). Die Nagra ist das technische Kompetenzzentrum der Schweiz für die Entsorgung radioaktiver Abfälle in geologischen Tiefenlagern.

100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich täglich für diese wichtige Aufgabe ein – aus Verantwortung für den langfristigen Schutz von Mensch und Umwelt. Umfassende Forschungsprogramme in zwei Schweizer Felslabors und eine intensive internationale Zusammenarbeit sichern die Kompetenz.

 

Zurück zur Übersicht