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e-Newsletter 3 – Dezember 2020

Erfahren Sie im ersten Beitrag, was Geologinnen und Geologen mit den bisherigen Tiefbohrungen in den drei Regionen Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost herausgefunden haben. Lernen Sie im zweiten Beitrag den Nagra-Geologen Lukas Oesch kennen: bei seiner Arbeit und in seiner Freizeit. Und was läuft bei unserem nördlichen Nachbarn Deutschland punkto Tiefenlager-Standortwahl? Mehr dazu im dritten Beitrag. Zudem: Die Nagra ist neu auf Facebook: Loggen Sie sich ein und diskutieren Sie mit uns. Bis bald!

Zwischenstand Nagra-Tiefbohrungen

Gut eineinhalb Jahre nach dem Start der Tiefbohrungen ist es Zeit für ein Zwischenfazit. Was haben unsere Geologinnen und Geologen mit den ersten Bohrungen herausgefunden? Welche Regionen eignen sich für ein Tiefenlager?

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Bei der Entsorgung von Atommüll tickt die Zeit anders – viel langsamer: 1000 Jahre sind in geologischen Zeiträumen gedacht sehr kurz. Auch bei der Standortsuche für ein Tiefenlager braucht es einen langen Atem. Seit knapp 50 Jahren wird an der sicheren Entsorgung radioaktiver Abfälle geforscht. Das geologische Tiefenlager ist ein Jahrhundertprojekt der Schweiz. Nun befindet sich die Nagra in Sachen Standortforschung auf der Zielgeraden.

Seit 2019 untersucht die Nagra den geologischen Untergrund in den Regionen Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost mit Tiefbohrungen. Die Bohrungen sind das letzte Puzzleteil und vervollständigen das Bild des Untergrunds in den drei Regionen. Jetzt liegen aus allen drei Regionen erste Ergebnisse der Bohrungen vor: «Die Resultate bestätigen, dass sich in allen drei Gebieten ein sicheres Tiefenlager bauen lässt», erklärt Tim Vietor, Leiter Geologie und Sicherheit von der Nagra-Geschäftsleitung. In allen drei Regionen besteht auch genügend Platz für die Anordnung eines Kombilagers, das heisst für ein Lager, in dem alle Abfallsorten (schwach-, mittel- und hochaktiv) entsorgt werden können.

In allen drei Regionen weist der Untergrund die richtigen Eigenschaften auf: Jede Region verfügt über eine mehr als hundert Meter dicke, sehr dichte und ruhig gelagerte Opalinustonschicht. Der Opalinuston ist das Tongestein, in dem das Tiefenlager dereinst gebaut werden soll, und die wichtigste Sicherheitsbarriere, die den radioaktiven Abfall langfristig einschliesst.

Ähnliches Wirtgestein, Unterschiede bei den Rahmengesteinen

Es gibt aber auch Unterschiede zwischen den Regionen. So liegt die Opalinustonschicht nicht überall gleich tief. Und auch die Gesteinsschichten oberhalb und unterhalb des Opalinustons unterscheiden sich. Diese sogenannten Rahmengesteine können einen zusätzlichen Beitrag zum Einschluss der Abfälle leisten.

In der Region Jura Ost wird zurzeit in der Gemeinde Bözberg an zwei Orten gebohrt. Die erste Bohrung wird in Kürze abgeschlossen, die zweite Bohrung bis Ende des Jahres. Mit diesen zwei Bohrungen dürfte sich das Bild des Untergrunds für die bevorstehende Standortwahl vervollständigen. «Was wir bis jetzt gesehen haben, hat unser bisheriges Bild der Region bestätigt. Der Opalinuston ist in Jura Ost 120 Meter dick und sehr dicht. Aktuell gehen wir davon aus, dass wir in diesem Gebiet keine weitere Bohrung benötigen», so Vietor.

Mit den Bohrungen in Trüllikon, Marthalen und der früheren Bohrung Benken ist auch das Bild des Untergrunds in Zürich Nordost vollständig. Allenfalls führt die Nagra in Zürich Nordost noch eine weitere Bohrung durch, um Detailfragen zu klären.

Nördlich Lägern bautechnisch besser geeignet als erwartet

Mit den Resultaten der ersten Tiefbohrung in Nördlich Lägern ist die Nagra zufrieden: Der Opalinuston ist auch dort sehr dicht. Oberhalb des Opalinustons wurde ein Korallenriff durchbohrt, das aber ebenfalls dicht ist.

Der Opalinuston liegt in Bülach tiefer als in den anderen Gebieten: in etwa 900 Metern. Positiv zu werten ist aber ein weiteres Resultat aus Bülach: «Wir gingen ursprünglich davon aus, dass diese Tiefe den Bau eines Tiefenlagers mit den vielen Stollen erschweren könnte. Die Untersuchungen haben nun gezeigt, dass der Bau eines Tiefenlagers auch in dieser Tiefe, und damit in diesem Gebiet, machbar ist», so Vietor. Komplett ist das Bild in Nördlich Lägern noch nicht. In der Gemeinde Stadel finden Anfang nächstes Jahr zwei weitere Tiefbohrungen statt.

In Sachen Standortwahl ist das Ziel vor Augen: Voraussichtlich im Jahr 2022 wird die Nagra bekanntgeben, für welchen Standort sie das sogenannte Rahmenbewilligungsgesuch für ein Tiefenlager beim Bund einreichen will, der die Standortwahl leitet. Bis zum Spatenstich dauert es allerdings noch seine Zeit: 2050 soll das Tiefenlager seinen Betrieb aufnehmen, bis 2075 sollten alle Abfälle eingelagert sein. Es ist wortwörtlich ein Jahrhundertprojekt.

Verantwortung tragen für Atommüll und die Natur

Was für Leute arbeiten eigentlich bei der Nagra? Wir haben Nagra-Mitarbeiter Lukas Oesch einen Tag bei der Arbeit und in seiner Freizeit begleitet – schauen Sie selbst.

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Wie Deutschland nach einem sicheren Ort für ein Atommülllager sucht

Ausgehend von einer weissen Landkarte suchen Geologinnen und Geologen in ganz Deutschland nach geeigneten Regionen. Doch in welchem Gestein? Salz, Granit oder Ton? Eine Frage, die die Reporter auch in die Schweiz führt; genauer gesagt ins Felslabor Mont Terri, ins Felslabor Grimsel und auf den Bohrplatz auf dem Bözberg.

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