Glossar

 

Sondierbohrungen

Geologische Bohrungen erlauben einen direkten Einblick in den geologischen Untergrund und dessen Aufbau. Für diese Sondierbohrungen wird auch der Begriff Tiefbohrungen verwendet.

Aktuelle Informationen zu den ab 2019 laufenden Tiefbohrungen gibt es auf der Website «Tiefbohrungen».


Es gibt zwei verbreitete Bohrverfahren

Bei Meisselbohrungen wird das Gestein unten im Bohrloch zerkleinert. Man pumpt eine Flüssigkeit durchs Bohrgestänge, welche Gesteinsstücke (Bohrklein) an die Erdoberfläche spült. Diese Bohrspülung wird in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert.

Bei den aufwändigeren Kernbohrungen zermahlen Hohlkronen nur das Gestein am Rande des Bohrlochs. In der Mitte der Bohrkrone bleibt ein so genannter Bohrkern stehen. Der Bohrkern wird gelöst und an die Erdoberfläche hochgezogen, wo das Gestein genau untersucht werden kann.

Ergänzend dazu werden verschiedene Bohrlochmessungen, so genannte Logs, sowie weitere hydrogeologische und felsmechanische Tests ausgeführt.

Im Rahmen der Untersuchungen für den Entsorgungsnachweis hat die Nagra von 1982 bis 1999 acht rund 1000 bis 2500 Meter tiefe Bohrungen in der Nordschweiz abgeteuft. Dies sind:

Böttstein 1501 Meter (1982 bis 1983)
Weiach 2482 Meter (1983)
Riniken 1801 Meter (1983 bis 1984)
Schafisheim 2006 Meter (1983 bis 1984)
Kaisten 1306 Meter (1984)
Leuggern 1689 Meter (1984 bis 1985)
Siblingen 1522 Meter (1988 bis 1989)
Benken 1007 Meter (1998 bis 1999)

 


Sondiergesuche

Tiefbohrungen der Nagra benötigen gemäss Kernenergiegesetz eine Bewilligung des UVEK (Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation). Ist eine Tiefbohrung bewilligt, kann der Bohrplatz gebaut werden. Die erste Bohrung ist Anfang 2019 gestartet.

Die Nagra hat für Etappe 3 des Sachplans geologische Tiefenlager im September 2016 acht Gesuche für das Standortgebiet Jura Ost und acht Gesuche für Zürich Nordost eingereicht. Die Gesuche für Nördlich Lägern folgten ab August 2017.

Die von der Nagra eingereichten Sondiergesuche lagen zwischen dem 27. Februar und 28. März 2017 in den jeweiligen Gemeinden im Standortgebiet Jura Ost auf. Im Standortgebiet Zürich Nordost erfolgte die Auflage vom 13. März bis 26. April 2017. Die öffentliche Auflage im Standortgebiet Nördlich Lägern begann am 1. November 2017 und 30. Januar 2019. Das UVEK hat bis jetzt 16 der insgesamt 23 eingereichten Gesuche für Tiefbohrungen bewilligt. Dies sind: Bözberg 1, Bözberg 2, Bülach, Effingen 1, Eglisau, Marthalen, Remigen 1, Rheinau, Riniken 2, Stadel 1, Stadel 2, Stadel 3, Trüllikon 1, Trüllikon 2 und Trüllikon 3, Zeihen.

Die Gesuche zu den einzelnen Bohrstandorten können auch direkt hier heruntergeladen werden.

 

 

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