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Arbeitsbericht NAB 14-72

Sachplan geologische Tiefenlager – Etappe 2 Standortspezifische Baugrundmodelle für die Zugangsbauwerke Geologische Profile nach SIA 199 (Rampen und Schächte)

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Die im vorliegenden Bericht präsentierten standortspezifischen Baugrundmodelle möglicher Zugangsbauwerke sind integrierter Bestandteil des Sachplans geologische Tiefenlager Etappe 2 und verstehen sich in erster Linie als geologisch-geotechnische Grundlage für die bautechnische Risikoanalyse (Nagra 2014b).

Dem vorliegenden Bericht sind die geologischen Profile der Zugangsbauwerke (Rampen und Schächte) nach SIA 199 (SIA 1998) zwischen den bezeichneten Standortarealen für Oberflächenanlagen und dem Haupterschliessungspunkt (HEP) auf Niveau Tiefenlager (Hauptzugang) bzw. dem Eingang der Nebenzugangsbauwerke und dem HEP beigelegt (Beil. 1 – 13). Der Bericht kommentiert die generelle Konzeption der geologischen Profile. Auf einzelne standortspezifische Aspekte wird nicht eingegangen bzw. es wird auf entsprechende Grundlagen verwiesen.

Die im Jahr 2011 festgelegten geologischen Standortgebiete zur Lagerung radioaktiver Abfälle sind: Südranden, Zürich Nordost, Nördlich Lägern, Jura Ost, Jura-Südfuss und Wellenberg. In der Regel wurden pro Standortgebiet ein Profil zur Variante "Hauptzugang über Zugangstunnel (Rampe)" und ein Profil zur Variante "Hauptzugang und/oder Nebenzugang über Schacht" konstruiert. 

Der Aufbau der geologischen Profile richtet sich nach der Empfehlung SIA 199 des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA 1998). Für die Darstellung wurde die dort eingeführte Dreiteilung gewählt: Im oberen Teil ist das geologische Profil im engeren Sinne dargestellt. Der mittlere Teil beschreibt die bautechnisch relevanten Gesteins- und Gebirgseigenschaften und im unteren Teil wird eine erste Grobbeurteilung risikorelevanter Gefährdungen vorgenommen.

Die Projektachsen repräsentieren mögliche Zugangskorridore und sind noch nicht definitiv. In dieser Phase – vor definitiver Auswahl eines Standortgebiets – verstehen sich die geologischen Profile als "Erstinterpretation" der Untergrundverhältnisse auf Stufe Vorstudie. 

Von zentraler Bedeutung ist die Beurteilung der Herkunft und Qualität der Daten, die der Beschreibung der durchörterten Formationen (≈ Homogenbereiche) dienen. Für die Planung der Zugangsbauwerke wurden bisher keine spezifisch ausgelegten Untersuchungen durchgeführt. Solche sind erst Bestandteil des Sachplans in Etappe 3. Sämtliches Datenmaterial entstammt somit bereits vorhandenen Grundlagen. 

Trotz der im Einzelfall grossen Variabilität der Datenzuverlässigkeit und der daraus resultierenden mässigen bis mittleren Prognosegenauigkeit wird bereits in diesem frühen Stadium eine sehr umfassende Parameterliste zur Beschreibung des Gesteins- und Gebirgsverhaltens zusammengestellt. Die deskriptiven Kriterien sind hinsichtlich ihrer projektspezifischen Eigenschaften in vier Stufen eingeteilt. 

Die vorliegenden Profile dienen als Grundlage für eine erste standortspezifische bautechnische Risikoabschätzung. Die zusammengetragenen Gesteins- und Gebirgsparameter bilden in der jetzigen Phase die Grundlage für die Entwicklung und Beurteilung der Gefährdungsbilder und einer ersten Abschätzung zu deren Eintretenswahrscheinlichkeit im Rahmen der bautechnischen Risikoanalyse.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Bewertungen der Daten noch keine abschliessende Beurteilung nach SIA 199 (d. h. gemäss Stufe "Bauprojekt") darstellt. Erst nach Prüfung und Verifizierung der relevanten Gesteins- und Gebirgseigenschaften mittels detaillierter Untersuchungen in einer späteren Etappe können diese auch als Grundlage in die eigentlichen Bauwerksplanungen einfliessen. Die vorgelegten umfassenden Profile sind in diesem Sinn als Grundraster für weiterführende Bearbeitungsschritte zu sehen, anhand dessen nicht zuletzt auch noch bestehende Wissenslücken genauer aufgezeigt werden können.

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