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Arbeitsbericht NAB 14-50

Bautechnische Risikoanalyse zur Realisierung der Zugangsbauwerke

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Im Rahmen der Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager wurde entsprechend ENSI (2013) eine stufengerechte, qualitative bautechnische Risikoanalyse (BTRA) für die Zugangsbauwerke pro Standort durchgeführt. 

Die in der Etappe 1 festgelegten geologischen Standortgebiete einerseits und die in der Etappe 2 bezeichneten Standortareale (vgl. Nagra 2013/2014) andererseits beruhen auf einem Einengungsprozess, dem bereits Optimierungen zugrunde liegen, um auch bautechnische Risiken auszuschliessen oder auf ein akzeptierbares Niveau zu bringen. Zusammen mit einer geeigneten Trassierung der Zugangsbauwerke basiert die vorliegende BTRA auf einem der Planungsstufe entsprechend optimierten Projekt, bei dem gewisse Risiken bezüglich Baugrund gar nicht mehr eintreten können. 

Die BTRA basiert auf einem stufenweisen Vorgehen bei der Identifikation von Gefährdungen, der anschliessenden Überprüfung der Risikorelevanz dieser Gefährdungen unter Berücksichtigung von Massnahmen und dem Festlegen der für den Folgeschritt verbleibenden, risikorelevanten Gefährdungen. In zwei Schritten werden Gefährdungen identifiziert, ausgehend von Schadenstypen (Schritt 1) mit anschliessender Ergänzung mit relevanten Gefährdungen aus der Geologie (Schritt 2). Die Prüfung der Risikorelevanz erfolgt in drei Schritten und berücksichtigt in den beiden ersten Schritten die Umsetzung von Standardmassnahmen, im dritten Schritt auch Zusatzmassnahmen. Die nach jedem Schritt verbleibenden Gefährdungen werden im nächsten Schritt einer erneuten Prüfung der Risikorelevanz unter Berücksichtigung von Massnahmen unterzogen. Mit diesem schrittweisen Ausschliessen von Gefährdungen, die mit Standard- und Zusatzmassnahmen beherrscht werden können oder die bei den standortbezogenen Betrachtungen gar nicht auftreten können, verbleiben nach dem dritten Schritt "verbleibende, potenziell relevante Gefährdungen". In den auf den standortspezifischen Bau-grundmodellen basierenden geologischen Längenprofilen entlang der Korridore für Zugangsbauwerke (vgl. Biaggi et al. 2014) sind u. a. Eintretenshäufigkeiten dieser "verbleibenden, potenziell relevanten Gefährdungen", ohne Berücksichtigung jeglicher Massnahmen, aufgeführt. Pro Standortgebiet und Zugangskonfiguration werden Risikoprofile erstellt für die Phasen

  • Bau ohne Massnahme
  • Bau mit Massnahmen (Rohbau)
  • Verhalten des Rohbaus während der Betriebsphase mit weiteren Massnahmen

Bewertet wird nicht ein einziges Zugangsbauwerk, sondern jeweils die Zugangskonfiguration, d. h. die Zugangsbauwerke für die Phase Bau (Felslabor, i. d. R. zwei Zugangsbauwerke) und für die Phase Betrieb (i. d. R. drei Zugangsbauwerke).

Dieses schrittweise Vorgehen hat nach Umsetzung von Standard- und Zusatzmassnahmen sechs "verbleibende, potenziell relevante Gefährdungen" für die Zugangsbauwerke für die Phasen Bau und Betrieb ergeben, alle stehen im Zusammenhang mit Wasserzutritten. Anhand dieser sechs Gefährdungen erfolgt die standortspezifische Beurteilung und Bewertung der Risiken aller Zugangskonfigurationen gemäss (Nagra 2014/2014) in den sechs Standortgebieten.

Mit Ausnahme der Zugangskonfiguration K1 bei JS-1 mit zwei Rampen während der Phase Bau können alle risikorelevanten Gefährdungen mit Standard- und Zusatzmassnahmen zuverlässig beherrscht werden und die technische Machbarkeit der Zugangsbauwerke ist gegeben. Zudem kann der grösste Teil der Gefährdungen in der Bauphase mit Standardmassnahmen beherrscht werden. Mit dem heutigen Kenntnisstand zur Geologie/Hydrogeologie bestehen zurzeit Vorbehalte zum Risiko eines initialen Wassereinbruchs im Standortgebiet JS-1 bei der Zugangskonfiguration K1. Eine erneute Überprüfung der Risiken bei JS-1 zu einem späteren Zeitpunkt ist angezeigt, sofern diese Zugangskonfiguration weiter verfolgt würde.

Die Risikoprofile der Zugangskonfigurationen für die Phasen Bau und Betrieb (Verhalten Rohbau während Betriebsphase), jeweils nach Umsetzung von Massnahmen, zeigen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Standortgebieten. Die Risikoprofile innerhalb der verschiedenen Standortgebiete zeigen für die Betriebsphase für die beiden Zugangskonfigurationen i) Schacht/Rampe oder ii) nur Schacht keine signifikanten Unterschiede.

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