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Druck Version: Nagra Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle Seite: 79770 Datum & Zeit: 26.05.2012 01:29:32 Sprache: DE |
Jura Ost (AG) ist eines der sechs vom Bundesrat bestätigten möglichen Standortgebiete für ein geologisches Tiefenlager. Das Gebiet in der Vorfaltenzone des Aargauer Juras ist sowohl für ein Lager für hochaktive Abfälle als auch für schwach- und mittelaktive Abfälle vorgeschlagen.
Geologisches Standortgebiet
Das geologische Standortgebiet umfasst eine Fläche von rund 60 Quadratkilometer. Das bevorzugte Wirtgestein ist der Opalinuston (mit seinen Rahmengesteinen).
Der Kenntnisstand über die räumlichen Verhältnisse beruht auf 2D-seismischen Untersuchungen sowie einer Tiefbohrung (Riniken). Das Standortgebiet liegt in einem von der Jurafaltung teilweise tektonisch überprägten Bereich (Vorfaltenzone). Das Wirtgestein weist daher neben weitgehend ruhig gelagerten Bereichen, Zonen mit tektonischen Elementen auf; diese befinden sich insbesondere in den randlichen Bereichen des Standortgebiets. Infolgedessen verharrt das Wirtgestein generell in ruhiger Lage, leicht nach Süden geneigt und bietet bezüglich der Anordnung der Lagerkammern eine gewisse Flexibilität.
Das Standortgebiet wird zusammenfassend mit sehr geeignet bewertet.
Im grün ausgeschiedenen Standortgebiet könnten die unterirdischen Anlagen für ein geologisches Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle im Opalinuston gebaut werden.
Standortgemeinden:
Kanton Aargau: Bözen, Effingen, Elfingen, Gallenkirch, Gansingen, Herznach, Hornussen, Kaisten, Laufenburg, Linn, Mönthal, Oberbözberg, Remigen, Riniken, Ueken, Umiken, Unterbözberg, Villigen, Villnachern, Zeihen
Planungsperimeter für Oberflächenanlagen
Die nötigen oberirdischen Bauten (z. B. Portal des Zugangsstollens, Verpackungsanlage) können auch ausserhalb dieses Standortgebietes liegen. Der Bund hat dazu in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kantonen und Vertretern aus Deutschland Planungszonen ausgeschieden (sog. Planungsperimeter), die auch diese zusätzlichen Gebiete umfassen. Der Planungsperimeter liegt innerhalb eines 5km-Umkreises um das geologische Standortgebiet, ist zusammenhängend und per Bahn oder Strasse gut erschlossen. Gebirgige und hügelige Räume sowie geschützte Naturräume sind einschränkende Faktoren. Das Bundesamt für Energie hat die Planungsperimeter in provisorischer Form am 10. Dezember 2009 veröffentlicht. Der Bundesrat hat sie am 30. November 2011 verabschiedet.
Weitere Gemeinden im Planungsperimeter (neben Standortgemeinden):
Kanton Aargau: Birmenstorf, Birr, Böttstein, Brugg, Döttingen, Frick, Gebenstorf, Gipf-Oberfrick, Habsburg, Hausen, Holderbank, Lupfig, Mettauertal, Mülligen, Oeschgen, Rüfenach, Scherz, Schinznach-Bad, Schinznach-Dorf, Turgi, Untersiggenthal, Veltheim, Windisch, Wittnau, Würenlingen

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Das Areal liegt in der Gemeinde Hornussen in einer Landwirtschaftszone südlich der Autobahn A3. Es schliesst an ein Gewerbegebiet der Gemeinde Frick an. Die Erschliessung per Bahn erfordert einige bauliche Massnahmen. Von grösseren Siedlungsgebieten aus wäre die Anlage nicht einsehbar, jedoch von Einzelbauten nördlich der Autobahn.
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Das Areal liegt in der Gemeinde Bözen und teilweise in Effingen. Es befindet sich in einer Landwirtschaftszone entlang der Autobahn A3. Die Erschliessung des Areals erfordert bauliche Massnahmen. Von Wohnquartieren aus wäre die Anlage teilweise einsehbar. Insbesondere die Oberflächenanlage des HAA- oder Kombilagers müsste teilweise in den Hang eingebettet werden.
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Das Areal liegt in der Gemeinde Villigen sowie teilweise in Böttstein in unmittelbarer Nähe von Zwilag und Bundeszwischenlager. Ein Grossteil der Arealfläche diente früher der Kiesgewinnung und wird seit der Rekultivierung wieder landwirtschaftlich genutzt. Notwendig wäre die Verlegung der Kantonsstrasse. Von Wohnquartieren aus wäre die Anlage wenig einsehbar.
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Das Areal liegt in der Gemeinde Würenlingen, angrenzend an Zwilag und Bundeszwischenlager. Das Areal befindet sich hauptsächlich im Wald, entsprechend wären Rodungen mit Ersatzaufforstungen notwendig. Die Erschliessung des Areals ist einfach möglich. Von Wohnquartieren aus wäre die Anlage nicht einsehbar.

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Tel. +41 (0)56 437 12 99 |
| 2012 (20. Jan.) | Anlässlich einer Medienkonferenz des Bundesamts für Energie (BFE) gibt die Nagra Vorschläge bekannt für mögliche Standortareale der Oberflächenanlage. Sie dienen als Diskussionsgrundlage für die regionale Partizipation. |
| 2011 (30. Nov.) | Der Bundesrat entscheidet, das Standortgebiet Jura Ost definitiv in den Sachplan aufzunehmen. Er schliesst gleichzeitig Etappe 1 des Verfahrens ab und startet Etappe 2. |
| 2010 (1. Sept.) | Start der öffentlichen Anhörung zur Etappe 1 des
Auswahlverfahrens für geologische Tiefenlager. |
| 2010 (26. Feb.) | Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) stimmt den vorgeschlagenen Standortgebieten nach deren Überprüfung hinsichtlich ihrer Sicherheit und bautechnischen Machbarkeit zu. |
| 2009 (10. Dez.) | Bekanntgabe des provisorischen Planungsperimeters durch das Bundesamtfür Energie (BFE). |
| 2008 (11. Dez.) | Oberbözberg. Das BFE informiert zusammen mit dem ENSI und der Nagra über die Vorschläge für geologische Standortgebiete. |
| 2008 (6. Nov.) | Bekanntgabe der vorgeschlagenen Standortgebiete für die geologischen Tiefenlager durch das BFE. |
| 2008 (2. April) | Bundesrat verabschiedet den Konzeptteil zum Sachplan geologische Tiefenlager. |
| 1993 | Abschluss der Standortabklärungen für schwach- und mittelaktive Abfälle, vergleichende Beurteilung der Resultate der vier Standorte, Standortvorschlag Wellenberg. |
| 1991 – 1992 | Regionale seismische Untersuchungen zwischen Aare und Bodensee (2D-Seismik). |
| 1988 | Anerkennung der Machbarkeit und des Sicherheitsnachweises der Endlagerung schwach- und mittelaktiver Abfälle durch den Bundesrat. |
| 1985 | Einreichung des Projektes Gewähr an die Bundesbehörden (Machbarkeitsstudie und Sicherheitsnachweis der Endlagerung radioaktiver Abfälle in der Schweiz). |
| 1983 – 1984 | Tiefbohrung Riniken (AG) |
| 1982 – 1984 | Regionale seismische Untersuchungen im Gebiet Olten – Schaffhausen. |