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 Mai 2009
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z.B. Susanne Haag und Andrea Rieser: «Wichtig in der Kommunikation ist, dass man auf die Menschen eingeht.»


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Susanne Haag (links) und Andrea Rieser im Gespräch. (Bild: Nagra)

 

Interview mit zwei Mitarbeiterinnen der Nagra: Susanne Haag (Geografin), wissenschaftliche Mitarbeiterin Raumplanung und Umweltverträglichkeit, und Dr. Andrea Rieser (Geologin), technisch-wissenschaftliche Redaktorin, haben letztes Jahr Auszeichnungen für besondere Leistungen in ihrem Fachgebiet erhalten. Sie sprechen über sich und ihre Arbeit bei der Nagra.

 
Andrea Rieser und Susanne Haag, Sie wurden letztes Jahr für Forschungsbeiträge bzw. Projektarbeiten ausgezeichnet. Was für einen Preis haben Sie erhalten?
Andrea Rieser: Ich habe für meine wissenschaftlichen Publikationen den Otto-Ampferer-Preis der Österreichischen Geologischen Gesellschaft gewonnen. Er wird an junge Wissenschaftler verliehen, die hervorragende Arbeiten im Bereich Geowissenschaften geleistet haben.
Susanne Haag: In meinem Fall ist es der Sommervogel-Preis des Landschaftsschutzverbandes Hallwilersee. Er geht an Personen, die sich im regionalen Naturschutz ausgezeichnet haben. Ich habe ihn für eine Praktikumsarbeit erhalten, die ich 2006 bei der Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons Aargau gemacht habe. Thema war die Analyse von Landschaftsveränderungen im Schutzgebiet rund um den Hallwilersee sowie der heutige und künftige Umgang mit dem Schutzgebiet.

 

Sie arbeiten heute beide bei der Nagra. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Andrea Rieser: Ich texte und recherchiere, z.B. für Broschüren, für die Nagra-Website oder für Drehbücher von Nagra-Filmen. Einen «normalen Arbeitstag» gibt es dabei nicht. Jeder Tag ist anders – und ich mag das! Ich arbeite gern an zwei bis drei Dingen parallel. So bin ich kreativer.
Susanne Haag: Meine Hauptaufgabe sind umweltbezogene Untersuchungen und raumplanerische Abklärungen im Rahmen des Sachplans. Die Vielfältigkeit der Arbeit gefällt mir. Sie ist ein Plus, das ich sehr schätze. Auch die Führungen, die ich in den Felslabors Grimsel und Mont Terri machen kann, und die Präsenz an Ausstellungen und Veranstaltungen der Nagra mag ich als Abwechslung zur Bürotätigkeit sehr.
Andrea Rieser: Das sehe ich ähnlich. Ich finde zudem die bunte Vielfalt der Disziplinen bei der Nagra und die unterschiedliche berufliche Herkunft der Leute spannend.

 

Was tun Sie in Ihrer Freizeit?
Susanne Haag: Wenn es geht, bin ich oft draussen. Im Winter beim Skifahren oder Spazieren, im Sommer beim Wandern, Schwimmen oder Biken.
Andrea Rieser: Ich wandere viel, daneben singe ich in einem Chor, wo ich mich auch im Vorstand engagiere.

 

Sie sind also beide gern im Freien unterwegs. Bedeutet Ihnen die Natur viel?
Andrea Rieser: Eigentlich schon, ja. Ich könnte zum Beispiel nicht mitten in einer Millionenstadt wohnen.
Susanne Haag: Ich bin vor allem durch mein Studium stark für Umweltproblematiken sensibilisiert worden. Naturschutz ist ein grosses Thema für mich.


An Ausstellungen oder bei Führungen in Felslabors sind Sie beide regelmässig im Kontakt mit der Bevölkerung: Was ist aus Ihrer Sicht das Wichtigste in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit?
Susanne Haag: Besonders wichtig ist für mich Ehrlichkeit und dass man auch einmal selbstkritisch sein kann. Zentral ist weiter, Problematiken nicht herunterzuspielen. In dieser Beziehung agiert die Nagra wirklich gut.
Andrea Rieser: Wichtig ist, dass man auf die Menschen eingeht; jede Besucherin, jeder Besucher ist anders. Anliegen muss man ernst nehmen und sich offen und ehrlich bemühen, die gestellten Fragen zu beantworten.


Zum Schluss: Wie sehen Sie die Zukunft der Nagra?
Andrea Rieser: Wir haben eine wichtige Aufgabe und ich hoffe, dass wir sie erfolgreich erfüllen können.
Susanne Haag: Ich denke, mit dem Sachplanverfahren sind die Voraussetzungen gegeben, dass wir uns als technisch-wissenschaftliches Kompetenzzentrum auf unsere Kernstärken konzentrieren können. Für die Zukunft der nuklearen Entsorgung ist wichtig, dass sich die Erkenntnis durchsetzt, dass radioaktive Abfälle da sind und nicht bis in alle Ewigkeit zwischengelagert werden können. Entscheidend ist für mich auch, dass die betroffenen Regionen im Standortwahlprozess sehr gut eingebunden werden und gut informiert sind.
Andrea Rieser: Dem stimme ich zu. Die Menschen müssen am Schluss wissen, dass alles fair und nachvollziehbar vor sich gegangen ist.

 

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