
| Mai 2009 |
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Ungarn baut geologisches Tiefenlager
Am 6. Oktober 2008 feierte Ungarn die Fertigstellung der ersten Phase des nationalen Tiefenlagers für schwach- und mittelaktive Abfälle in Bátaapáti. Die Gemeinde liegt rund 150 km südlich von Budapest. Dort soll sämtlicher schwach- und mittelaktiver Abfall aus 30 Jahren Betrieb des Kernkraftwerks Paks gelagert werden. Über 90 Prozent der Stimmberechtigten von Bátaapáti befürworteten im Juli 2005 den Bau dieses Endlagers, und im November 2005 stimmte dann auch das ungarische Parlament zu. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2006.
Gegenwärtig werden oberflächennahe Lager- und Kontrollgebäude erstellt. Zusätzlich wird der Aushub von Kavernen in rund 250 m Tiefe vorbereitet. Das Tiefenlager wurde in Granit erstellt. Es hat ein Fassungsvermögen von 40’000 m3 und kostete rund 155 Millionen Franken.

Bau von Oberflächenanlagen auf dem Gelände des Endlagers Bátaapáti (Ungarn).
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Mehr Raum für Forschung im Felslabor Mont Terri
Die Mont-Terri-Projektpartner beschlossen im Jahr 2006 eine Erweiterung des Felslabors. Geplant wurde die «Galerie 08» mit rund 300 m Stollen und Nischen für neue Experimente. Die Finanzierung übernahmen verschiedene Forschungspartner. 2007 wurde die Projektvergabe gemacht und im September mit dem Bau der neuen Galerie begonnen. 2008 erfolgte der Tunnelausbruch mit einer Teilschnittmaschine. Die Bauarbeiten wurden im Dezember 2008 abgeschlossen. Der neue Tunnel kann im Mont Terri besichtigt werden.

Neue Forschungsnische im Felslabor Mont Terri. (Bild: Comet)
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Führungssaison im Felslabor Grimsel beginnt
Jetzt beginnt wieder die Führungssaison im Felslabor Grimsel. Auch dieses Jahr besuchen über 100 Gruppen die Forschungsstätte der Nagra und erfahren, wie an der Sicherheit für Tiefenlager geforscht wird. Seit 1984 dient das Felslabor Grimsel als beliebtes Ausflugsziel für Gruppen, Schulen, Wissenschaftler und Privatpersonen. Ein Abstecher tief in den Grimselgranit lohnt sich. Besucherinnen und Besucher haben Gelegenheit, alles über die Entsorgung radioaktiver Abfälle zu erfahren und die 300 Millionen Jahre Vergangenheit des Gesteins zu erleben.
Nehmen Sie die Gelegenheit wahr, besuchen Sie das Felslabor und diskutieren Sie mit unseren Mitarbeitern über Risiken und Chancen der Entsorgung. Der Besuch ist kostenlos. Anmeldung für Besuche im Felslabor bei Frau Renate Spitznagel, Telefon 056 437 12 82.

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Fragen? Antworten!
Möchten Sie mehr zur nuklearen Entsorgung wissen? Fragen Sie uns. Wir antworten gerne – und können dies am schnellsten tun, wenn Sie uns via eMail kontaktieren: info@nagra.ch.
Warum sind die neuesten Kosten für die nukleare Entsorgung um fast 2 Milliarden höher? Wurde falsch gerechnet?
Tatsächlich werden die Kosten gemäss neuester Berechnung höher angegeben. Statt der rund 13,9 Milliarden Schweizer Franken geht man nun nach neuesten Berechnungen von 15,54 Milliarden Franken aus. Die Gründe dafür sind einfach. Bis Ende 2008 wurde als Basis für die Kostenrechnung 40 Jahre Betriebszeit der bestehenden Kernkraftwerke der Schweiz und eine Sammelperiode von 40 Jahren für Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung (MIF) zugrunde gelegt. Die neueste Kostenstudie basiert nun auf 50 Jahren Betrieb der KKW und 50 Jahren Sammelperiode für MIF-Abfälle. Weiter haben auch die Teuerung und das aufwändige Sachplanverfahren zur Kostensteigerung beigetragen.
Die nukleare Entsorgung umfasst alle Tätigkeiten im Umgang mit radioaktiven Abfällen bis zum Einschluss in ein geologisches Tiefenlager. Dazu gehören die Abfallbehandlung, die Wiederaufarbeitung ausgedienter Brennelemente, die Zwischenlagerung, der Abbruch der nuklearen Anlagen, die geologische Tiefenlagerung sowie alle damit verbundenen Transporte.
Alle heute und in Zukunft anfallenden Kosten für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle aus dem Betrieb der Schweizer Kernkraftwerke sowie für deren späteren Rückbau werden berücksichtigt. Diese Kosten sind nach dem Verursacherprinzip im Preis des Nuklearstroms enthalten und belaufen sich im Mittel auf rund 0,8 Rappen pro Kilowattstunde. Die nötigen Mittel von insgesamt 15,54 Milliarden Franken werden von den Betreibern laufend bezahlt oder in Fonds sichergestellt. Darin enthalten ist auch die Überwachungsphase während 50 Jahren nach Abschluss der Einlagerung bis zum endgültigen Verschluss der Lager. Durch die konsequente Anwendung des Verursacherprinzips sollen künftigen Generationen keine ungedeckten Kosten entstehen.
Bis Ende 2007 haben die Kernkraftwerksbetreiber aus dem Erlös der Stromproduktion insgesamt bereits 8,8 Milliarden Franken für die Entsorgung ausgegeben oder im Stilllegungs- bzw. Entsorgungsfonds sichergestellt. Die Kostenberechnungen werden auch künftig alle fünf Jahre überprüft.