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 Dezember 2007 
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Wissenschaftliche Tagung zu
Tongesteinen in Lille
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Wissenschaftliche Tagung zu Tongesteinen in Lille


Dr. Piet Zuidema, Leiter des Bereichs Technik + Wissenschaft der Nagra, über eine wissenschaftliche Tagung in Lille (Frankreich), an der sich vom 17. bis 20. September 450 Spezialisten aus der Ton- und Endlagerforschung trafen.


Piet Zuidema, die Nagra hat zusammen mit drei ausländischen Entsorgungsorganisationen eine Tagung im französischen Lille durchgeführt. Was war das Ziel?
Die Tagung in Lille wurde von der französischen Entsorgungsorganisation ANDRA organisiert und war speziell auf das wissenschaftliche Verständnis von Ton und dessen Mineralien fokussiert. Sie war für das schweizerische Entsorgungsprogramm sehr wichtig. Eines wurde klar bestätigt in Lille: Tone und Tongesteine sind für die Entsorgung radioaktiver Abfälle von grosser Bedeutung, da sie den Einschluss radioaktiver Stoffe über lange Zeiträume optimal gewährleisten können.

Wurden ausschliesslich wissenschaftliche Fragen der Tiefenlagerung diskutiert?

Ja, das Schwergewicht lag auf technisch-wissenschaftlichen Aspekten. Dies heisst aber nicht, dass sich die Wissenschaft ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht bewusst wäre. Diese Aspekte wurden im Oktober an einer von der Nagra organisierten internationalen Tagung in Bern erörtert. Rund 200 Entscheidungsträger aus 19 Nationen setzten sich dort mit den politischen und gesellschaftlichen Fragen der nuklearen Entsorgung auseinander.

Gibt es noch offene technische Fragen bei der Tiefenlagerung radioaktiver Abfälle oder ist alles klar?

Aus unserer Sicht sind alle entscheidenden sicherheitstechnischen Fragen beantwortet. Wir könnten heute sichere Tiefenlager bauen. Bei den Tonmaterialien gibt es aufgrund ihrer vielfältigen Eigenschaften aber ein paar Punkte, die ein noch klareres Verständnis erfordern. Dies betrifft den Einfluss des Stollenbaus auf das umgebende Gestein, den Einfluss erhöhter Temperaturen auf die Tonverfüllung der Stollen sowie die Bedeutung chemischer Prozesse im Gesteinsuntergrund. Es ist unsere Pflicht, die weiteren internationalen Entwicklungen zu verfolgen und selber aktiv an der Verbesserung der technisch-wissenschaftlichen Grundlagen zu arbeiten.
Mit dem positiven Entscheid des Bundesrats im Jahr 2006 zum Projekt Opalinuston der Nagra ist die Machbarkeit eines sicheren Lagers für hochaktive Abfälle in der Schweiz behördlich anerkannt.


Der Direktor des Felslabors Mont Terri, Paul Bossart von der swisstopo, hielt in Lille ebenfalls einen Vortrag. Was hatte er zu berichten?

Herr Bossart hat das Felslabor Mont Terri im Kanton Jura vorgestellt, an dem auch die Nagra beteiligt ist. Das Projekt mit seinen 12 Partnern aus 6 Ländern spielt auch international eine führende Rolle bei der Vertiefung des Wissens zu Tongesteinen. Mit seinen optimalen Rahmenbedingungen wird das Felslabor auch über die nächsten Jahre wichtig bleiben.

Herr Zuidema, eine abschliessende Frage: Können in der Schweiz sichere Tiefenlager gebaut werden?

Ja. Tiefenlager können mit der geforderten Sicherheit realisiert werden, denn:
  1. In der Schweiz haben wir Wirtgesteine von hervorragender Qualität für den Einschluss radioaktiver Abfälle.
  2. Die Forschungs- und Untersuchungsprogramme haben zu einem guten Kenntnisstand geführt. Diese Programme werden von hochqualifizierten Mitarbeitern und Partnern betreut, die auch international Anerkennung geniessen.
  3. Die technischen Unterlagen der Nagra wurden durch die Sicherheitsbehörden und deren Experten geprüft und positiv beurteilt.
  4. Durch das schrittweise Vorgehen bei der Realisierung (Pilotlager, Überwachungsphase, Rückholbarkeit) können auch künftige wissenschaftliche Fortschritte integriert werden.
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Höchste Konzentration ist gefordert: Piet Zuidema (rechts) mit Patrick Landais
von der ANDRA an der Tagung. (Bild: ANDRA)

 

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