
Jura-Südfuss (SO, AG) ist eines der sechs vom Bundesrat bestätigten möglichen Standortgebiete für ein geologisches Tiefenlager. Das Standortgebiet erstreckt sich westlich von Olten beidseits der Kantonsgrenze zwischen Solothurn und Aargau.
Geologisches Standortgebiet
Das geologische Standortgebiet Jura-Südfuss umfasst eine Fläche von rund 65 Quadratkilometer. Innerhalb des Standortgebiets kommen im Westen der Opalinuston (mit seinen Rahmengesteinen) und im Osten die Effinger Schichten als Wirtgesteine in Frage.
Der Kenntnisstand über die räumlichen Verhältnisse beruht auf 2D-seismischen Untersuchungen und teilweise auch auf der im weiteren Umfeld liegenden Tiefbohrung Schafisheim. Das Standortgebiet liegt nahe dem Faltenjura am Nordrand des Molassebeckens und ist daher teilweise tektonisch stärker beansprucht, was in einigen regionalen Strukturen sichtbaren Ausdruck findet. Auch ausserhalb dieser regionalen Elemente bestehen Anzeichen von Deformation; grossräumig ruhige Lagerung ist selten.
Das Standortgebiet Jura-Südfuss wird zusammenfassend mit geeignet bewertet.
Im grün ausgeschiedenen Standortgebiet könnten die unterirdischen Anlagen für ein geologisches Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle in den Wirtgesteinen Opalinuston und Effinger Schichten gebaut werden.
Standortgemeinden:
Kanton Solothurn: Däniken, Dulliken, Eppenberg-Wöschnau, Erlinsbach, Gretzenbach, Lostorf, Niedergösgen, Obergösgen, Olten, Schönenwerd, Starrkirch-Wil, Stüsslingen, Trimbach, Winznau
Kanton Aargau: Aarau, Buchs, Gränichen, Hirschthal, Holziken, Kölliken, Muhen, Oberentfelden, Suhr, Unterentfelden
Planungsperimeter für Oberflächenanlagen
Die nötigen oberirdischen Bauten (z. B. Portal des Zugangsstollens, Verpackungsanlage) können auch ausserhalb dieses Standortgebietes liegen. Der Bund hat dazu in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kantonen und Vertretern aus Deutschland Planungszonen ausgeschieden (sog. Planungsperimeter), die auch diese zusätzlichen Gebiete umfassen. Der Planungsperimeter liegt innerhalb eines 5km-Umkreises um das geologische Standortgebiet, ist zusammenhängend und per Bahn oder Strasse gut erschlossen. Gebirgige und hügelige Räume sowie geschützte Naturräume sind einschränkende Faktoren. Das Bundesamt für Energie hat die Planungsperimeter in provisorischer Form am 10. Dezember 2009 veröffentlicht. Der Bundesrat hat sie am 30. November 2011 verabschiedet.
Weitere Gemeinden im Planungsperimeter (neben Standortgemeinden):
Kanton Solothurn: Hägendorf, Kappel, Rickenbach, Walterswil, Wangen bei Olten
Kanton Aargau: Aarburg, Erlinsbach, Hunzenschwil, Küttigen, Lenzburg, Oberkulm, Oftringen, Rothrist, Rupperswil, Safenwil, Schafisheim, Schöftland, Seon, Staffelbach, Staufen, Teufenthal, Uerkheim, Unterkulm

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Das Areal liegt in der Gemeinde Däniken im Bereich einer bestehenden Kiesgrube mit Kieswerk. Es grenzt an ein Grundstück mit einem Wohnhaus. Die Erschliessung per Bahn erfordert bauliche Massnahmen. Aufgrund bestehender Gewerbebauten und Waldstücken wäre die Anlage von grösseren Siedlungsgebieten aus wenig einsehbar.
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Das Areal liegt in der Gemeinde Suhr neben einem Verteilzentrum mit Parkplatz. Das Areal wird heute zum Grossteil landwirtschaftlich genutzt und ist gut erschlossen. Es grenzt an die Wyna und Naherholungsräume (z.B. Schwimmbad). Von Suhr aus wäre die Anlage grundsätzlich einsehbar, könnte jedoch in ein bestehendes Gewerbegebiet mit grösseren Bauten integriert werden.

Tel. +41 (0)56 437 12 88 |
| 2012 (20. Jan.) | Anlässlich einer Medienkonferenz des Bundesamts für Energie (BFE) gibt die Nagra Vorschläge bekannt für mögliche Standortareale der Oberflächenanlage. Sie dienen als Diskussionsgrundlage für die regionale Partizipation. |
| 2011 (30. Nov.) | Der Bundesrat entscheidet, das Standortgebiet Jura-Südfuss definitiv in den Sachplan aufzunehmen. Er schliesst gleichzeitig Etappe 1 des Verfahrens ab und startet Etappe 2. |
| 2010 (1. Sept.) | Start der öffentlichen Anhörung zur Etappe 1 des
Auswahlverfahrens für geologische Tiefenlager. |
| 2010 (26. Feb.) | Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) stimmt den vorgeschlagenen Standortgebieten nach deren Überprüfung hinsichtlich ihrer Sicherheit und bautechnischen Machbarkeit zu. |
| 2009 (10. Dez.) | Bekanntgabe des provisorischen Planungsperimeters durch das Bundesamt für Energie (BFE). |
| 2008 (17. Dez.) | Aarau. Das BFE informiert zusammen mit dem ENSI und der Nagra über die Vorschläge für geologische Standortgebiete. |
| 2008 (4.Dez.) | Niedergösgen. Das BFE informiert zusammen mit dem ENSI und der Nagra über die Vorschläge für geologische Standortgebiete. |
| 2008 (6. Nov.) | Bekanntgabe der vorgeschlagenen Standortgebiete für die geologischen Tiefenlager durch das BFE. |
| 2008 (2. April) | Bundesrat verabschiedet den Konzeptteil zum Sachplan geologische Tiefenlager. |
| 1993 | Abschluss der Standortabklärungen für schwach- und mittelaktive Abfälle, vergleichende Beurteilung der Resultate der vier Standorte, Standortvorschlag Wellenberg. |
| 1991 – 1992 | Regionale seismische Untersuchungen zwischen Aare und Bodensee (2D-Seismik). |
| 1988 | Anerkennung der Machbarkeit und des Sicherheitsnachweises der Endlagerung schwach- und mittelaktiver Abfälle durch den Bundesrat. |
| 1985 | Einreichung des Projektes Gewähr an die Bundesbehörden (Machbarkeitsstudie und Sicherheitsnachweis der Endlagerung radioaktiver Abfälle in der Schweiz). |
| 1982 – 1984 | Regionale seismische Untersuchungen im Gebiet Olten – Schaffhausen. |