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Wo entsorgen?

Südranden

Südranden

Südranden (SH) ist eines der sechs vom Bundesrat bestätigten möglichen Standortgebiete für ein geologisches Tiefenlager. Das Standortgebiet liegt unter einem Hügelzug im Tafeljura und weist eine einfache geologische Situation auf.

Geologisches Standortgebiet

 

Das geologische Standortgebiet Südranden umfasst eine Fläche von rund 24 Quadratkilometer. Das bevorzugte Wirtgestein ist der Opalinuston (mit seinen Rahmengesteinen).

 

Der Kenntnisstand über die räumlichen Verhältnisse beruht einerseits auf 2D-seismischen Untersuchungen sowie der nahegelegenen Bohrung Benken. Andererseits liegt das Standortgebiet im Tafeljura, teilweise unter einem Hügelzug, was die Aussagekraft geologischer Feldaufnahmen begünstigt. Das Wirtgestein ist ruhig gelagert, ohne Anzeichen von Zonen mit erhöhter tektonischer Zergliederung. Die Konfiguration mit leicht nach Süden geneigten Schichten bietet daher Flexibilität bezüglich der Anordnung der Lagerkammern.

 

Das Standortgebiet Südranden wird zusammenfassend mit sehr geeignet bewertet.

Im grün ausgeschiedenen Standortgebiet könnten die unterirdischen Anlagen für ein geologisches Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle im Opalinuston gebaut werden.

 

Standortgemeinden:

Kanton Schaffhausen: Beringen, Guntmadingen, Neuhausen am Rheinfall, Neunkirch, Wilchingen

 

 

Planungsperimeter für Oberflächenanlagen

 

Die nötigen oberirdischen Bauten (z. B. Portal des Zugangsstollens, Verpackungsanlage) können auch ausserhalb dieses Standortgebietes liegen. Der Bund hat dazu in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kantonen und Vertretern aus Deutschland Planungszonen ausgeschieden (sog. Planungsperimeter), die auch diese zusätzlichen Gebiete umfassen. Der Planungsperimeter liegt innerhalb eines 5km-Umkreises um das geologische Standortgebiet, ist zusammenhängend und per Bahn oder Strasse gut erschlossen. Gebirgige und hügelige Räume sowie geschützte Naturräume sind einschränkende Faktoren. Das Bundesamt für Energie hat die Planungsperimeter in provisorischer Form am 10. Dezember 2009 veröffentlicht. Der Bundesrat hat sie am 30. November 2011 verabschiedet.

 

Weitere Gemeinden im Planungsperimeter (neben Standortgemeinden):

Kanton Zürich: Benken, Dachsen, Feuerthalen, Flurlingen, Laufen-Uhwiesen, Marthalen, Rheinau, Trüllikon

Kanton Schaffhausen: Gächlingen, Hallau, Löhningen, Oberhallau, Schaffhausen, Siblingen, Stetten, Trasadingen

Kanton Thurgau: Schlatt

 

Provisorischer Planungsperimeter Südranden
  Animation: Vorgehen in Schritten

 

Für den Betrieb eines Tiefenlagers braucht es eine Oberflächenanlage. Einen geeigneten Standort legen Bevölkerung und Behörden zusammen mit der Nagra fest. Die Nagra schlägt für die Region Südranden drei mögliche Areale vor. Die Vorschläge sind als Grundlage zur Diskussion mit der Standortregion anzusehen. Eine genaue Abgrenzung der Areale, deren Erschliessung und die Festlegung des unterirdischen Zugangs zum Tiefenlager kann erst im Laufe der weiteren Planung stufengerecht und nach Absprache mit den lokalen Akteuren und Bewilligungsbehörden erfolgen.
Standortvorschläge Südranden

SR-1 

 
SR-1 Karte SR-1 Bild

 

 

Das Areal liegt in den Gemeinden Wilchingen und Hallau im Bereich einer bestehenden Kiesgrube mit Industrie­anlage. Es ist gut erschlossen. Aufgrund seiner Lage ist das Areal von allen Seiten und den umliegenden Siedlungsgebieten einsehbar. Die visuelle Wirkung der Anlage könnte durch das Einbetten in die Kiesgrube vermindert werden.

 

SR-2

 

SR-2 Karte SR-1 Bild

 

Das Areal liegt in der Gemeinde Beringen im Bereich einer bestehenden Kiesgrube mit Betonwerk. Für die Erschliessung sind einige bauliche Massnahmen nötig. Die Anlage wäre vom Dorfkern Beringen aufgrund bestehender Gewerbebauten kaum, von höher gelegenen Wohnquartieren jedoch gut ein­sehbar.

 

SR-3

 

SR-3
 SR-3 Bild

 

Das Areal liegt in der Gemeinde Beringen, angrenzend an die Kehricht- und Klärschlammbehandlungsanlage. Für die Erschliessung per Bahn sind bauliche Massnahmen nötig. Das Areal ist über­wiegend bewaldet, was eine Rodung mit Ersatzauf­forstung bedingen würde. Der Bau der Anlage würde einen Hangeinschnitt nötig machen. Die Anlage wäre von Beringen aus einsehbar.

 

Für die Lagerung von radioaktiven Abfällen eignen sich vor allem tonreiche Gesteine. Im Gebiet Südranden ist dies für die schwach- und mittelaktiven Abfälle der rund 180 Millionen Jahre alte Opalinuston, der hier eine Mächtigkeit von 90 bis 110 Meter aufweist und 200 bis 450 Meter tief unter der Erdoberfläche liegt.
Geologisches Profil von Westsüdwest nach Ostnordost durch das Standortgebiet Südranden. Der graue Pfeil markiert den Opalinuston.
SR_Sammprofil
  • Für das Sachplanverfahren ist das Bundesamt für Energie (BFE) zuständig. Nähere Informationen und Ansprechpersonen für Fragen zum Verfahren finden Sie unter:
    www.bfe.admin.ch/radioaktiveabfaelle
  • Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) (bis 31. Dezember 2008: Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen HSK) ist die Aufsichtsbehörde für alle Fragen zur Sicherheit. Nähere Informationen finden Sie unter:
    www.ensi.ch

Philip Birkhäuser

 

Tel. +41 (0)56 437 12 73

 

 

 

 

 

 

 

2012 (20. Jan.)
Anlässlich einer Medienkonferenz des Bundesamts für Energie (BFE) gibt die Nagra Vorschläge bekannt für mögliche Standortareale der Oberflächenanlage. Sie dienen als Diskussionsgrundlage für die regionale Partizipation.
  
2011 (30. Nov.)
Der Bundesrat entscheidet, das Standortgebiet Südranden definitiv in den Sachplan aufzunehmen. Er schliesst gleichzeitig Etappe 1 des Verfahrens ab und startet Etappe 2.
  
2010 (1. Sept.)
Start der öffentlichen Anhörung zur Etappe 1 des Auswahlverfahrens für geologische Tiefenlager. 
  
2010 (26. Feb.)
Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) stimmt den vorgeschlagenen Standortgebieten nach deren Überprüfung hinsichtlich ihrer Sicherheit und bautechnischen Machbarkeit zu.
  
2009 (10. Dez.)
Bekanntgabe des provisorischen Planungsperimeters durch das Bundesamt für Energie (BFE).
  
2008 (18. Nov.)
Neuhausen am Rheinfall. Das BFE informiert zusammen mit dem ENSI und der Nagra über die Vorschläge für geologische Standortgebiete.
  
2008 (6. Nov.)
Bekanntgabe der vorgeschlagenen Standortgebiete für die geologischen Tiefenlager durch das BFE.
  
2008 (2. April)
Bundesrat verabschiedet den Konzeptteil zum Sachplan geologische Tiefenlager.
  
1993
Abschluss der Standortabklärungen für schwach- und mittelaktive Abfälle, vergleichende Beurteilung der Resultate der vier Standorte, Standortvorschlag Wellenberg.
  
1991 – 1992
Regionale seismische Untersuchungen zwischen Aare und Bodensee (2D-Seismik).
  
1988 – 1989
Tiefbohrung Siblingen
  
1988Anerkennung der Machbarkeit und des Sicherheitsnachweises der Endlagerung schwach- und mittelaktiver Abfälle durch den Bundesrat.
  
1985
Einreichung des Projektes Gewähr an die Bundesbehörden (Machbarkeitsstudie und Sicherheitsnachweis der Endlagerung radioaktiver Abfälle in der Schweiz).
  
1982 – 1984
Regionale seismische Untersuchungen im Gebiet Olten – Schaffhausen.
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