Druck Version: Nagra Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle Seite: 79750 Datum & Zeit: 21.05.2012 19:58:22 Sprache: DE

Jura-Südfuss

Jura-Südfuss

Jura-Südfuss (SO, AG) ist eines der sechs vom Bundesrat bestätigten möglichen Standortgebiete für ein geologisches Tiefenlager. Das Standortgebiet erstreckt sich westlich von Olten beidseits der Kantonsgrenze zwischen Solothurn und Aargau.

Geologisches Standortgebiet

 

Das geologische Standortgebiet Jura-Südfuss umfasst eine Fläche von rund 65 Quadratkilometer. Innerhalb des Standortgebiets kommen im Westen der Opalinuston (mit seinen Rahmengesteinen) und im Osten die Effinger Schichten als Wirtgesteine in Frage.

 

Der Kenntnisstand über die räumlichen Verhältnisse beruht auf 2D-seismischen Untersuchungen und teilweise auch auf der im weiteren Umfeld liegenden Tiefbohrung Schafisheim. Das Standortgebiet liegt nahe dem Faltenjura am Nordrand des Molassebeckens und ist daher teilweise tektonisch stärker beansprucht, was in einigen regionalen Strukturen sichtbaren Ausdruck findet. Auch ausserhalb dieser regionalen Elemente bestehen Anzeichen von Deformation; grossräumig ruhige Lagerung ist selten.

 

Das Standortgebiet Jura-Südfuss wird zusammenfassend mit geeignet bewertet.

Im grün ausgeschiedenen Standortgebiet könnten die unterirdischen Anlagen für ein geologisches Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle in den Wirtgesteinen Opalinuston und Effinger Schichten gebaut werden.

 

Standortgemeinden:

Kanton Solothurn: Däniken, Dulliken, Eppenberg-Wöschnau, Erlinsbach, Gretzenbach, Lostorf, Niedergösgen, Obergösgen, Olten, Schönenwerd, Starrkirch-Wil, Stüsslingen, Trimbach, Winznau

Kanton Aargau:  Aarau, Buchs, Gränichen, Hirschthal, Holziken, Kölliken, Muhen, Oberentfelden, Suhr, Unterentfelden

 

 

Planungsperimeter für Oberflächenanlagen

 

Die nötigen oberirdischen Bauten (z. B. Portal des Zugangsstollens, Verpackungsanlage) können auch ausserhalb dieses Standortgebietes liegen. Der Bund hat dazu in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kantonen und Vertretern aus Deutschland Planungszonen ausgeschieden (sog. Planungsperimeter), die auch diese zusätzlichen Gebiete umfassen. Der Planungsperimeter liegt innerhalb eines 5km-Umkreises um das geologische Standortgebiet, ist zusammenhängend und per Bahn oder Strasse gut erschlossen. Gebirgige und hügelige Räume sowie geschützte Naturräume sind einschränkende Faktoren. Das Bundesamt für Energie hat die Planungsperimeter in provisorischer Form am 10. Dezember 2009 veröffentlicht. Der Bundesrat hat sie am 30. November 2011 verabschiedet.

 

Weitere Gemeinden im Planungsperimeter (neben Standortgemeinden):

Kanton Solothurn: Hägendorf, Kappel, Rickenbach, Walterswil, Wangen bei Olten

Kanton Aargau: Aarburg, Erlinsbach, Hunzenschwil, Küttigen, Lenzburg, Oberkulm, Oftringen, Rothrist, Rupperswil, Safenwil, Schafisheim, Schöftland, Seon, Staffelbach, Staufen, Teufenthal, Uerkheim, Unterkulm

 

Provisorischer Planungsperimeter Jura-Südfuss
  Animation: Vorgehen in Schritten

 

Für den Betrieb eines Tiefenlagers braucht es eine Oberflächenanlage. Einen geeigneten Standort legen Bevölkerung und Behörden zusammen mit der Nagra fest. Die Nagra schlägt für die Region Jura-Südfuss vier mögliche Areale vor. Die Vorschläge sind als Grundlage zur Diskussion mit der Standortregion anzusehen. Eine genaue Abgrenzung der Areale, deren Erschliessung und die Festlegung des unterirdischen Zugangs zum Tiefenlager kann erst im Laufe der weiteren Planung stufengerecht und nach Absprache mit den lokalen Akteuren und Bewilligungsbehörden erfolgen.
Standortvorschläge Jura-Südfuss

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JS-1 Karte JS-1 Bild

 

Das Areal liegt in der Gemeinde Däniken im Bereich einer bestehenden Kiesgrube mit Kieswerk. Es grenzt an ein Grundstück mit einem Wohnhaus. Die Erschliessung per Bahn erfordert bauliche Massnahmen. Aufgrund bestehender Gewerbebauten und Wald­stücken wäre die Anlage von grösseren Siedlungs­gebieten aus wenig einsehbar.

 

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Das Areal liegt in der Gemeinde Däniken nahe der Aare. Es wird heute landwirt­schaftlich genutzt. Die Erschliessung des Areals ist relativ einfach möglich. Die Anlage wäre von Wohn­quartieren aus gut einsehbar.

 

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Das Areal liegt in der Gemeinde Kölliken nahe der Autobahn A1. Das Areal befindet sich in einem Gebiet, das teilweise gewerblich-­industriell und teilweise landwirtschaftlich genutzt wird. Ein direkter Bahn­anschluss bietet sich hier nicht an. Die Anlage wäre von Wohnquartieren aus einsehbar.

 

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Das Areal liegt in der Gemeinde Suhr neben einem Verteilzentrum mit Parkplatz. Das Areal wird heute zum Grossteil landwirtschaftlich genutzt und ist gut erschlossen. Es grenzt an die Wyna und Naherholungsräume (z.B. Schwimmbad). Von Suhr aus wäre die Anlage grundsätzlich einsehbar, könnte jedoch in ein bestehendes Gewerbegebiet mit grösseren Bauten integriert werden.

 

Für die Lagerung von radioaktiven Abfällen eignen sich vor allem tonreiche Gesteine. Im Gebiet Jura-Südfuss ist dies für die schwach- und mittelaktiven Abfälle einerseits der rund 180 Millionen Jahre alte Opalinuston, der hier eine Mächtigkeit von 80 bis 100 Meter aufweist und 350 bis 700 Meter tief unter der Erdoberfläche liegt, andererseits die etwas höher liegenden Effinger Schichten, die 200 bis 240 Meter mächtig sind und 300 bis 700 Meter unter der Erdoberfläche liegen.
Geologisches Profil von West nach Ost durch das Standortgebiet Jura-Südfuss. Die grauen Pfeile markieren die Effinger Schichten und den Opalinuston.
JSF_Sammprofil
  • Für das Sachplanverfahren ist das Bundesamt für Energie (BFE) zuständig. Nähere Informationen und Ansprechpersonen für Fragen zum Verfahren finden Sie unter:
    www.bfe.admin.ch/radioaktiveabfaelle
  • Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) (bis 31. Dezember 2008: Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen HSK) ist die Aufsichtsbehörde für alle Fragen zur Sicherheit. Nähere Informationen finden Sie unter:
    www.ensi.ch
  • Für Fragen an die Nagra zur Ihrer Region:

    Fragen per E-Mail 

    Telefonische Auskünfte
        
    Philipp Senn

     
      Philipp Senn

     

      Tel. +41 (0)56 437 12 88

2012 (20. Jan.)
Anlässlich einer Medienkonferenz des Bundesamts für Energie (BFE) gibt die Nagra Vorschläge bekannt für mögliche Standortareale der Oberflächenanlage. Sie dienen als Diskussionsgrundlage für die regionale Partizipation.
  
2011 (30. Nov.)
Der Bundesrat entscheidet, das Standortgebiet Jura-Südfuss definitiv in den Sachplan aufzunehmen. Er schliesst gleichzeitig Etappe 1 des Verfahrens ab und startet Etappe 2.
  
2010 (1. Sept.)
Start der öffentlichen Anhörung zur Etappe 1 des Auswahlverfahrens für geologische Tiefenlager. 
  
2010 (26. Feb.)
Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) stimmt den vorgeschlagenen Standortgebieten nach deren Überprüfung hinsichtlich ihrer Sicherheit und bautechnischen Machbarkeit zu.
  
2009 (10. Dez.)
Bekanntgabe des provisorischen Planungsperimeters durch das Bundesamt für Energie (BFE).
  
2008 (17. Dez.)
Aarau. Das BFE informiert zusammen mit dem ENSI und der Nagra über die Vorschläge für geologische Standortgebiete.
  
2008 (4.Dez.)
Niedergösgen. Das BFE informiert zusammen mit dem ENSI und der Nagra über die Vorschläge für geologische Standortgebiete.
  
2008 (6. Nov.)
Bekanntgabe der vorgeschlagenen Standortgebiete für die geologischen Tiefenlager durch das BFE.
  
2008 (2. April)
Bundesrat verabschiedet den Konzeptteil zum Sachplan geologische Tiefenlager.
  
1993
Abschluss der Standortabklärungen für schwach- und mittelaktive Abfälle, vergleichende Beurteilung der Resultate der vier Standorte, Standortvorschlag Wellenberg.
  
1991 – 1992
Regionale seismische Untersuchungen zwischen Aare und Bodensee (2D-Seismik).
  
1988Anerkennung der Machbarkeit und des Sicherheitsnachweises der Endlagerung schwach- und mittelaktiver Abfälle durch den Bundesrat.
  
1985
Einreichung des Projektes Gewähr an die Bundesbehörden (Machbarkeitsstudie und Sicherheitsnachweis der Endlagerung radioaktiver Abfälle in der Schweiz).
  
1982 – 1984
Regionale seismische Untersuchungen im Gebiet Olten – Schaffhausen.