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Wo entsorgen?

Wellenberg

Wellenberg (NW, OW) ist eines der sechs vom Bundesrat bestätigten möglichen Standortgebiete für ein geologisches Tiefenlager. Das Standortgebiet bietet ein lokales Wirtgesteinsvorkommen in der Innerschweiz. Die Mergelkalke bilden hier unter dem Eggeligrat einen grossen Gesteinskörper, der für die Aufnahme von schwach- und mittelaktive Abfällen geeignet ist.

Geologisches Standortgebiet

 

Das geologische Standortgebiet Wellenberg umfasst eine Fläche von rund 6 Quadratkilometer. Bevorzugtes Wirtgestein sind Mergel-Formationen des Helvetikums, die aufgrund tektonischer Akkumulation eine vertikale Ausdehnung von mehr als tausend Meter erreichen.

 

Der Kenntnisstand über die räumlichen Verhältnisse beruht auf sechs Tiefbohrungen, geologischen Detailkartierungen im Gelände und ergänzenden seismischen Messungen. Der vergleichsweise eingeschränkten lateralen Ausdehnung des Wirtgesteinsvorkommens steht seine grosse vertikale Verfügbarkeit gegenüber. Diese Konfiguration bietet hinsichtlich der Anordnung von Lagerkammern eine hohe Flexibilität.

 

Das Standortgebiet Wellenberg wird zusammenfassend mit geeignet bewertet.

 

 

Im Sachplan geologische Tiefenlager hat der Bund Kriterien für die Standortsuche für Tiefenlager vorgegeben. Die Nagra hatte die Aufgabe, unter Anwendung dieser Vorgaben Standortgebiete zu evaluieren. Gemäss diesen Kriterien eignet sich der Wellenberg als Standort für ein Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle. Die politische Wertung der bisherigen demokratischen Entscheide der Nidwaldner Bevölkerung ist Sache der Behörden und letztlich des Bundesrates.

Im grün ausgeschiedenen Standortgebiet könnten die unterirdischen Anlagen für ein geologisches Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle in den Mergel-Formationen des Helvetikums gebaut werden.

 

Standortgemeinden:

Kanton Obwalden: Engelberg

Kanton Nidwalden: Wolfenschiessen

 

 

Planungsperimeter für Oberflächenanlagen

 

Die nötigen oberirdischen Bauten (z. B. Portal des Zugangsstollens, Verpackungsanlage) können auch ausserhalb dieses Standortgebietes liegen. Der Bund hat dazu in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kantonen und Vertretern aus Deutschland Planungszonen ausgeschieden (sog. Planungsperimeter), die auch diese zusätzlichen Gebiete umfassen. Der Planungsperimeter liegt innerhalb eines 5km-Umkreises um das geologische Standortgebiet, ist zusammenhängend und per Bahn oder Strasse gut erschlossen. Gebirgige und hügelige Räume sowie geschützte Naturräume sind einschränkende Faktoren. Das Bundesamt für Energie hat die Planungsperimeter in provisorischer Form am 10. Dezember 2009 veröffentlicht. Der Bundesrat hat sie am 30. November 2011 verabschiedet.

 

Weitere Gemeinden im Planungsperimeter (neben Standortgemeinden):

Kanton Nidwalden: Dallenwil, Oberdorf

 

Provisorischer Planungsperimeter Wellenberg
  Animation: Vorgehen in Schritten

 

Für den Betrieb eines Tiefenlagers braucht es eine Oberflächenanlage. Einen geeigneten Standort legen Bevölkerung und Behörden zusammen mit der Nagra fest. Die Nagra schlägt für die Region Wellenberg ein mögliches Areal vor. Der Vorschlag ist als Grundlage zur Diskussion mit der Standortregion anzusehen. Eine genaue Abgrenzung der Areale, deren Erschliessung und die Festlegung des unterirdischen Zugangs zum Tiefenlager kann erst im Laufe der weiteren Planung stufengerecht und nach Absprache mit den lokalen Akteuren und Bewilligungsbehörden erfolgen.

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WLB-1 Karte WLB-1 Bild

 

Das Areal liegt in der Gemeinde Wolfenschiessen am Fuss des Wellenbergs. Es wird landwirtschaftlich genutzt. Die Erschliessung per Bahn erfordert bauliche Massnahmen. Die Anlage würde mehrheitlich im Berg erstellt. Dadurch würde der Einfluss auf das Landschaftsbild sowie die Einsehbarkeit vermindert.

 

Im helvetischen Ablagerungsraum am südlichen Rand der europäischen Kontinentalplatte wurden während der frühen Kreidezeit Flachwasserkalke abgelagert. Später sank die Plattform ab, und es kam zunehmend zu tonigen Ablagerungen.

Der Meeresspiegel änderte sich während der Kreide mehrmals. Dadurch entstanden wechselnd Kalk- und Mergelablagerungen.

Im Laufe der Kontinent-Kontinent-Kollision, die später zur Alpenfaltung führte, wurden die helvetischen Decken viele 10er Kilometer nordwärts verschoben, wo sie heute am nördlichen Alpenrand liegen.

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Geologisches Profil von Nordnordwest nach Südsüdost durch das Standortgebiet Wellenberg. Ein Tiefenlager käme hauptsächlich in den lila-farbenen Bereich (Palfris-Formation, Vitznau-Mergel) zu liegen.Obenstehendes Bohrprofil zeigt die vertikale Gesteinsabfolge im Standortgebiet. Hervorgehoben ist das Wirtgestein.
  • Für das Sachplanverfahren ist das Bundesamt für Energie (BFE) zuständig. Nähere Informationen und Ansprechpersonen für Fragen zum Verfahren finden Sie unter:
    www.bfe.admin.ch/radioaktiveabfaelle
  • Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) (bis 31. Dezember 2008: Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen HSK) ist die Aufsichtsbehörde für alle Fragen zur Sicherheit. Nähere Informationen finden Sie unter:
    www.ensi.ch
  • Für Fragen an die Nagra zur Ihrer Region:

    Fragen per E-Mail

    Telefonische Auskünfte
        
    Philipp Senn

     
      Philipp Senn

     

      Tel. +41 (0)56 437 12 88

2012 (20. Jan.)
Anlässlich einer Medienkonferenz des Bundesamts für Energie (BFE) gibt die Nagra Vorschläge bekannt für mögliche Standortareale der Oberflächenanlage. Sie dienen als Diskussionsgrundlage für die regionale Partizipation.
  
2011 (30. Nov.)
Der Bundesrat entscheidet, das Standortgebiet Wellenberg definitiv in den Sachplan aufzunehmen. Er schliesst gleichzeitig Etappe 1 des Verfahrens ab und startet Etappe 2.
  
2010 (1. Sept.)
Start der öffentlichen Anhörung zur Etappe 1 des Auswahlverfahrens für geologische Tiefenlager.
  
2010 (26. Feb.)
Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) stimmt den vorgeschlagenen Standortgebieten nach deren Überprüfung hinsichtlich ihrer Sicherheit und bautechnischen Machbarkeit zu.
  
2009 (10. Dez.)
Bekanntgabe des provisorischen Planungsperimeters durch das Bundesamt für Energie (BFE).
  
2008 (3. Dez.)
Stans. Das BFE informiert zusammen mit dem ENSI und der Nagra über die Vorschläge für geologische Standortgebiete.
  
2008 (25. Nov.)
Engelberg. Das BFE informiert zusammen mit dem ENSI und der Nagra über die Vorschläge für geologische Standortgebiete.
  

2008 (6. Nov.)

Bekanntgabe der vorgeschlagenen Standortgebiete für die geologischen Tiefenlager durch das BFE.

  

2008 (2. April)

Bundesrat verabschiedet den Konzeptteil zum Sachplan geologische Tiefenlager.

  

2002 (22. Sept.)

Das Nidwaldner Volk lehnt die vom Regierungsrat erteilte Konzession für einen Sondierstollen am Wellenberg ab.

  

1998

Abschlussbericht der Arbeitsgruppe Wellenberg des UVEK (Technische Arbeitsgruppe und Arbeitsgruppe Volkswirtschaft).

  

1997

Sistierung des Rahmenbewilligungsverfahrens Wellenberg durch den Bundesrat. Einsetzen der Arbeitsgruppen unter Leitung des Steuerungsausschusses.

  

1995

Abschluss ergänzender Oberflächenuntersuchungen am Wellenberg. Ablehnung des Konzessionsgesuchs Wellenberg durch kantonale Abstimmung.

  

1994

Gemeinde Wolfenschiessen (Wellenberg) stimmt dem Vertrag mit der GNW zu. Gründung der Genossenschaft für nukleare Entsorgung Wellenberg (GNW). Einreichung Rahmenbewilligungsgesuch Wellenberg NW.

  

1993

Abschluss der Standortabklärungen für schwach- und mittelaktive Abfälle, vergleichende Beurteilung der Resultate der vier Standorte, Standortvorschlag Wellenberg.

Das Bundesgericht erklärt die Gesetzesänderung im Kanton Nidwalden (Verfügungsrecht über den tieferen Untergrund) für gültig.

  

1992

Bohrungen am Wellenberg.

  

1990

Beginn der Sondierarbeiten am Wellenberg. Die Landsgemeinde des Kantons Nidwalden heisst die drei Initiativen zum Verfügungsrecht über den tieferen Untergrund gut.

  

1988

Anerkennung der Machbarkeit und des Sicherheitsnachweises der Endlagerung schwach- und mittelaktiver Abfälle durch den Bundesrat.

  

1987

Einreichung Sondiergesuch Wellenberg (NW).

  

1985

Einreichung des Projektes Gewähr an die Bundesbehörden (Machbarkeitsstudie und Sicherheitsnachweis der Endlagerung radioaktiver Abfälle in der Schweiz).

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