Glossar

 

Strahlung

Radioaktive Abfälle enthalten ein Gemisch verschiedener radioaktiver Atomsorten.

Ihre Zusammensetzung ist bekannt. Daher lässt sich die zeitliche Abnahme der Radioaktivität für die verschiedenen Abfallsorten berechnen. Für alle Abfälle gilt: Durch den radioaktiven Zerfall verringert sich ihre Schädlichkeit, bis sie natürliche Werte erreicht. Der benötigte Zeitraum ist für die verschiedenen Abfallsorten aber sehr unterschiedlich.

Schwach- und mittelaktive Abfälle haben nach rund 30 000 Jahren eine strahlungsbedingte Giftigkeit (Radiotoxizität) wie Granitgestein. Die Radioaktivität von verbrauchtem Uranbrennstoff erreicht nach rund 200 000 Jahren die Radiotoxizität des einst dazu abgebauten Urans, wie es in der Natur vorkommt.

Für diesen Zeitraum müssen radioaktive Abfälle von der uns umgebenden Umwelt abgesondert werden. Weltweit ist anerkannt, dass die Lagerung in geologisch stabilen Gesteinsformationen die Sicherheit über die notwendigen langen Zeiträume gewährleistet.

Die Strahlung der Abfälle wird von den Behältern, der Stollenverfüllung, den Lagereinbauten und vom angrenzenden Gestein abgeschirmt. Die Sicherheitsbarrieren verhindern zudem, dass radioaktive Stoffe aus einem geologischen Tiefenlager durch Wasser herausgelöst und an die Erdoberfläche transportiert werden, wo sie in die Nahrungskreisläufe eintreten könnten. Ein geologisches Tiefenlager wird deshalb in einem möglichst wasserdichten Gestein gebaut.

Ein Tiefenlager muss den dauerhaften Schutz von Mensch und Umwelt gewährleisten. Die Behörden haben dazu Schutzziele vorgegeben. Aus einem verschlossenen Tiefenlager darf keine unzulässige Strahlenbelastung entstehen (Dosis kleiner als 0,1 Millisievert pro Jahr). Die Nagra konnte mit Sicherheitsanalysen zeigen, dass diese Schutzziele dank der geplanten mehrfachen Sicherheitsbarrieren eingehalten werden. Alle errechneten Dosiswerte lagen weit unter dem Schutzziel von 0,1 Millisievert pro Jahr.

Abnahme der Radioaktivität

Bild: Nagra