Glossar

 

Schachtkopfanlagen eines geologischen Tiefenlagers

In der Schweiz ist die Entsorgung radioaktiver Abfälle in geologischen Tiefenlagern geplant. Ein geologisches Tiefenlager benötigt oberirdisch verschiedene Bauten beziehungsweise Infrastrukturanlagen sowie Zugänge zum unterirdischen Lagerbereich.

Neben der Oberflächenanlage und dem Hauptzugang für den Transport der radioaktiven Abfälle von der Erdoberfläche ins Tiefenlager sind weitere Zu­gänge erforderlich. Diese so genannten Nebenzugänge können auch als Schacht oder Tunnel (Rampe) ausgebildet sein. Nebenzugänge verfügen über eine Infrastruktur an der Erdoberfläche. Einrichtungen am oberen Ende eines Nebenzugangs werden allgemein als Nebenzugangsanlagen bezeichnet. Bei Schächten spricht man von einer Schachtkopfanlage; bei Tunnel (Rampen) von einem Portal.

Frischluftzufuhr und andere betriebliche Aufgaben

Unterschieden werden die Nebenzugangsanlagen anhand ihrer wesentlichsten Funktion: Pro Tiefenlager gibt es einen Nebenzugang für die Frischluftzufuhr und die entsprechende Anlage wird deshalb als Lüftungs-Nebenzugangsanlage bezeichnet. Der zweite Nebenzugang hat in erster Linie betriebliche Zugangsfunktionen (z. B. für Bauper­sonal, Besucher) und wird deshalb Betriebs-Nebenzugangsanlage genannt. Liegen beide Anlagen auf einem gemeinsamen Areal ­-bilden sie eine kombinierte Nebenzugangsanlage.

Zugangsvarianten zum Lagerbereich

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den unterirdischen Lagerbereich zu erschliessen, unabhängig vom jeweiligen Lagertyp (SMA-Lager, HAA-­Lager oder Kombi­lager). Zum Beispiel sind ein Schacht oder ein wendelförmiger Tunnel als Hauptzugang und jeweils zwei Schächte als Nebenzugänge möglich. Oder es sind ein langgestreckter Tunnel als Hauptzugang sowie ein paralleler Tunnel und ein Schacht als Nebenzugänge denkbar.

Ab dem Zeitpunkt erdwissenschaftlicher Untersuchungen auf Lagerebene bis zum Verschluss des Gesamtlagers sind mindestens zwei Zugänge vorgesehen. Dies bedeutet, dass ein Nebenzugang mit entsprechender Nebenzugangsanlage in Betrieb ist. Ein zweiter Zugang nach Untertag besteht entweder bei der Oberflächenanlage oder – falls der Hauptzugang noch nicht erstellt oder bereits verschlossen ist – bei einer Nebenzugangsanlage.

Interaktive Systemskizzen

Unten stehend finden Sie beispielhafte Systemskizzen (stark vereinfacht und schematisch, nicht massstäblich) für das Lüftungskonzept beziehungsweise die Personen- und Materialströme in einem SMA- und einem HAA-Lager. 

Sie können unter den Abbildungen die einzelnen Legenden (blaue Schrift) anklicken, um die jeweiligen Ströme einzeln oder zusammen zu sehen. 

SMA-Lager

HAA-Lager