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08.06.2017

Lehrernewsletter Juni 2017

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Wissenschaft

Forschen für die Langzeitsicherheit: Mit NASA-Sonde Radionukliden auf der Spur

Um die Ausbreitung von Radionukliden im Opalinuston besser zu verstehen, führt die Nagra seit 20 Jahren Diffusionsexperimente durch. Neu verwendet sie dafür eine Röntgenfluoreszenz-Sonde, die schon bei der NASA zum Einsatz kam.

Mit dem Diffusionsexperiment überprüft die Nagra das vorhandene Wissen zur Ausbreitung von Radionukliden im Opalinuston. Der Opalinuston besitzt eine sehr geringe hydraulische Durchlässigkeit, so dass es kein fliessendes Wasser gibt. Der Transport der Radionuklide findet daher sehr langsam über sogenannte Diffusionsprozesse statt. Während positiv geladene Ionen (Kationen) an den negativ geladenen Oberflächen der Tonminerale im Gestein «andocken» können, werden negativ geladene Ionen (Anionen) von den Oberflächen der Tonminerale abgestossen. Durch diese Abstossung bewegen sich Anionen schneller durch das Gestein als Kationen. «Mit diesem Experiment bestimmen wir die Diffusionsgeschwindigkeit der Anionen», sagt Veerle Cloet, Projektleiterin des Experiments.

Dazu kommt erstmals eine mobile Röntgenfluoreszenz-Sonde zum Einsatz. Eine ähnliche Art von Messsonde wurde schon für Untersuchungen auf dem Mars verwendet. Das Experiment ist aber in vielerlei Hinsicht aussergewöhnlich. Davon konnte sich auch Maturandin Ikonija Stanimirovic überzeugen. Für ihre Maturaarbeit besuchte sie zweimal das Felslabor Mont Terri und hatte die Möglichkeit, einen Teil der Forschungsarbeiten zu begleiten.
Erfahren Sie hier mehr über das Experiment.

 


Schule & Jugend

Retrospektive: Ikonija Stanimirovic über Ihre Maturaarbeit

Die 17-jährige Ikonija Stanimirovic besucht das Kollegium Spiritus Sanctus in Brig. Ihre Maturaarbeit schrieb sie über die Entsorgung radioaktiver Abfälle, mit Fokus auf das Langzeitdiffusionsexperiment. Dafür reiste sie zweimal nach St-Ursanne ins Felslabor Mont Terri, wo sie Forschungsarbeiten hautnah miterlebte. Sie erzählt uns, warum sie sich für dieses Thema entschied, welche Herausforderungen es zu meistern gab und welche Eindrücke zurückbleiben.

Ikonija Stanimirovic hilft der Wissenschaftlerin Veerle Cloet bei verschiedenen Tätigkeiten im Felslabor Mont Terri. (Bilder: Nagra)

War Ihnen das Thema radioaktive Abfälle schon vor ihrer Maturaarbeit bekannt?
Ikonija Stanimirovic: Im Unterricht haben wir praktisch nichts dazu gehört. Es wurde immer nur am Rande erwähnt, dass es die Problematik gibt und dass man noch keine Lösung gefunden hat. Was genau radioaktive Abfälle sind, welche Auswirkungen sie haben und welche Möglichkeiten es gibt, sie zu entsorgen, wurde uns nie gesagt. Deshalb wusste ich vor der Maturaarbeit kaum etwas über dieses Thema.

Was waren die Gründe, weshalb Sie sich für dieses Thema entschieden haben?
Eben genau weil wir nie darüber etwas im Unterricht gehört haben, fand ich es spannend, mich damit etwas genauer zu befassen. Zudem fand ich die Möglichkeit, mit Experten in diesem Bereich reden zu können, sehr spannend.

Worin lagen die grössten Herausforderungen?
Ich hatte einige Schwierigkeiten, das Modell mathematisch aufzuzeigen, da ich die Daten aus dreidimensionalen Modellen hatte, meine Berechnungen jedoch stabförmig waren.

Was wird Ihnen in Erinnerung bleiben?
Besonders spannend fand ich die Besuche im Felslabor, denn so erhielt man mal hautnahen Einblick in die Forschung und man sieht, was so alles dahintersteckt. Auch die Möglichkeit, sich mit Experten aus diesem Gebiet zu unterhalten, fand ich super. Besonders in Erinnerung bleiben werden mir wohl all die Experimente in den Tunneln des Felslabors.

Jetzt nachdem Sie sich eine Zeit lang damit befasst haben…haben Sie nun einen anderen Zugang zur Thematik?
Auf jeden Fall. Ich verstehe die Problematik und weshalb man da noch am Forschen ist viel besser. Besonders da das Thema gerade in letzter Zeit auch mit den Abstimmungen zum Atomausstieg sehr aktuell war, war ich froh darum, ein gewisses Fachwissen zum Thema zu haben.

Vielen Dank für das Interview.



Ikonija Stanimirovic bei ihrem Besuch im Felslabor Mont Terri. «Besonders spannend fand ich die Besuche im Felslabor, denn so erhielt man mal hautnahen Einblick in die Forschung und man sieht, was so alles dahintersteckt. Auch die Möglichkeit, sich mit Experten aus diesem Gebiet zu unterhalten, fand ich super.» (Bild: Nagra)

Maturaarbeit

Weitere Informationen:
Felslabor Mont Terri

News

Nagra präsentiert ihr Schulangebot an ZKM-Tagung

Vom Messgeräteverleih über Schullektionen bis hin zu individuellen Workshops. Das Angebot der Nagra im Schulbereich ist vielseitig. An der diesjährigen Fachtagung der ZKM können sich Lehrpersonen darüber informieren.

Ob Messgeräte, Besuche im Felslabor oder Geologie-Lektionen... die Nagra bietet Lehrpersonen und Lernenden ein breites Schulangebot. (Bilder: Maria Schmid)

Jedes Jahr führt die ZKM (Zürcher Kantonalen Mittelstufen) eine Fachtagung mit relevanten Themen zu schulischen Fragen und einem umfangreichen Angebot an Workshops, spannenden Referaten und Ausstellern statt. Ein Muss für alle Lehrpersonen.

Die diesjährige Tagung findet am 20. September, nicht wie gewohnt an der Uni Zürich, sondern im Volkshaus Zürich statt. An diesem Tag wird auch die Nagra als Ausstellerin vor Ort sein.

Während den Pausen am Morgen und am Mittag werden Lehrpersonen die Gelegenheit haben, sich über die Schulangebote der Nagra sowie der anderen Aussteller zu informieren und mit Fachpersonen darüber zu sprechen. Kommen Sie vorbei, es lohnt sich!

Weitere Informationen finden Sie auf der ZKM-Website

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