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13.06.2017

Wie und wohin fliesst das Grundwasser im Bereich Isenbuck / Berg?

Zurzeit werden im Standortgebiet Zürich Nordost im Bereich Isenbuck / Berg zehn weitere Grundwassermessstellen eingerichtet.

2014 beantragte die Regionalkonferenz ZNO, die Grundwassersituation im Bereich Isenbuck / Berg im Zusammenhang mit einer allfälligen Oberflächenanlage eines Tiefenlagers genauer zu untersuchen. Auch der Kanton Zürich unterstützt dieses Anliegen.

«Wir stehen in regelmässigem Austausch mit der Begleitgruppe», sagt Tobias Vogt, Hydrogeologe und Projektleiter der Nagra für die Grundwasseruntersuchungen. Die Begleitgruppe setzt sich aus den Gemeindepräsidenten der Gemeinden Rheinau, Marthalen und Benken, Vertretern der Regionalkonferenz ZNO und Vertretern des AWEL (Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft der Baudirektion des Kantons Zürich) zusammen. «Das Vorgehen sowie alle Schritte werden im Vorfeld gemeinsam besprochen», sagt Vogt.

Mit einem mobilen Bohrgerät wird in eine Tiefe von 6 - 30 m gebohrt (Foto: Nagra).

Begonnen wurden die Untersuchungen zur Grundwassersituation im Sommer 2016 mit geoelektrischen Messungen. In den oberen Lockergesteinsschichten wurde nach Schotter- und Kiesablagerungen, sogenannten Grundwasserleitern, gesucht. In diesen fliesst Grundwasser schneller (einige mm bis dm pro Tag) als in den ebenfalls dort vorhandenen Moränen- oder Seeablagerungen. «Wir konnten sehen, wo sich Schotterschichten und -linsen befinden und wo wasserstauende Schichten vorliegen», erklärt Vogt. Nun gilt es abzuklären, ob die wasserführenden Schichten miteinander verbunden sind. Vogt: «Uns interessiert: In welche Richtung fliesst das Wasser und wie schnell fliesst es?»

Im Februar 2017 wurden acht Grundwassermessstellen errichtet. Dafür wurde im Lockergestein bis auf den Fels gebohrt. Der Fels wird als Wasserstauer angesehen. Die Grundwassermessstellen sind zwischen 6 und 30 Meter tief und werden mit Plastikrohren stabilisiert, welche im Bereich der Grundwasserleiter geschlitzt sind. So können Wasserproben genommen und Bohrlochtests durchgeführt werden, um die hydraulische Durchlässigkeit, den Wasserstand und die Fliessgeschwindigkeit und -richtung zu bestimmen «Bei den ersten Messstellen zeigten sich unterschiedliche Grundwassertypen und unterschiedliche Fliessgeschwindigkeiten», sagt Vogt.

Mit Hilfe dieses Plastikrohrs wird das Bohrloch stabilisiert und es können Durchlässigkeit, Fliessgeschwindigkeit und Fliessrichtung gemessen werden (Foto: Nagra).

Anhand der ersten Ergebnisse wurden die Positionen für zehn weitere Grundwassermessstellen festgelegt. Diese werden zurzeit errichtet. Die Arbeiten dauern bis Ende Juni / Anfang Juli an. «Bis Ende Jahr werden wir einen Bericht zu den Felddaten verfassen», sagt Vogt. Die Ergebnisse werden dann der Regionalkonferenz ZNO und dem AWEL vorgestellt.

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