Glossar

 

Jura Ost (SMA-Lager)

Die Nagra schlägt vor, das geologische Standortgebiet Jura Ost (AG) in Etappe 3 vertieft zu untersuchen. 

Das Gebiet in der Vorfaltenzone des Aargauer Juras ist eines der sechs vom Bundesrat bestätigten möglichen Standortgebiete für ein geologisches Tiefenlager.

Geologisches Standortgebiet Jura Ost für das SMA-Lager

Das Standortgebiet liegt in der Vorfaltenzone und wird geologisch durch die Jura-Hauptüberschiebung (im Süden), eine regionale Störung (im Norden) und durch die Tiefenlage (im Osten und Westen) begrenzt. Die ruhig gelagerte, leicht nach Südosten einfallende Schichttafel erinnert stark an den wenig gestörten Tafeljura. Der Lagerperimeter umfasst nach der Optimierung 23,4 Quadratkilometer.

Das geologische Standortgebiet Jura Ost eines möglichen geologischen Tiefenlagers SMA mit dem optimierten Lagerperimeter und dem Standortareal JO-3+ für die Oberflächenanlage.

Standortgemeinden des geologischen Standortgebiets

Kanton Aargau: Bözen, Brugg, Effingen, Elfingen, Gallenkirch, Gansingen, Herznach, Hornussen, Kaisten, Laufenburg, Linn, Mönthal, Oberbözberg, Remigen, Riniken, Ueken, Unterbözberg, Villigen, Villnachern, Zeihen

Ergebnisse des sicherheitstechnischen Vergleichs in Etappe 2

Das geologische Standortgebiet Jura Ost für ein SMA-Lager verfügt über ein grosses Platzangebot im bevorzugten Tiefenbereich und bietet breite Möglichkeiten zur Optimierung des Lagerperimeters. Dieser ist bezüglich Tiefenlage ausgewogen und verfügt über ein grosses Platzangebot. Der einschlusswirksame Gebirgsbereich (Opalinuston kombiniert mit Rahmengesteinen) weist sehr günstige Barriereneigenschaften auf. Zudem ist die geologische Situation hinsichtlich Langzeitstabilität günstig.

Standortareal für die Oberflächenanlage bezeichnet

Das Standortareal JO-3+ für die Oberflächenanlage eines möglichen geologischen Tiefenlagers SMA in der Standortregion Jura Ost befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Villigen nahe des Paul Scherrer Instituts (PSI) und des zentralen Zwischenlagers (Zwilag). Es wurde gestützt auf die Zusammenarbeit mit der Region im September 2013 von der Nagra bezeichnet.

Weiterer Verlauf des Sachplanverfahrens

Die von der Nagra eingereichten Vorschläge werden behördlich überprüft und es folgt eine öffentliche Anhörung. Am Ende von Etappe 2 – voraussichtlich 2018 – wird der Bundesrat entscheiden, welche Standortgebiete im weiteren Auswahlverfahren verbleiben. Die verbleibenden Standortgebiete werden für Etappe 3 mittels 3D-Seismik und Sondierbohrungen vertieft untersucht. Die definitive Standortwahl erfolgt in Etappe 3, in der das nach Kernenergiegesetz erforderliche Rahmenbewilligungsverfahren eingeleitet wird.

Für den Betrieb eines Tiefenlagers braucht es eine Oberflächenanlage.

In Etappe 2, im Januar 2012, hat das Bundesamt für Energie (BFE) die vier von der Nagra in der Region Jura Ost erarbeiteten Diskussionsvorschläge eines Standortareals für die Oberflächenanlage vorgestellt.

Diese wurden von der Region, vertreten durch die Regionalkonferenz, diskutiert, ergänzt und beurteilt. Gestützt auf die Erkenntnisse der Diskussionen beauftragte die Regionalkonferenz Jura Ost die Nagra mit der Ausarbeitung einer «Hangvariante» zum Vorschlag JO-3. Dies führte zum Arealvorschlag JO-3+. Der Kanton Aargau beauftragte zudem die Nagra mit der Ausarbeitung eines Vorschlags beim Bahnhof Effingen. Damit wurden insgesamt sechs Arealvorschläge in die Beurteilung einbezogen. Das Standortareal JO-3+ wurde als dasjenige mit den meisten Vorteilen beziehungsweise wenigsten Nachteilen von der Regionalkonferenz zur weiteren Bearbeitung empfohlen.

Gestützt auf die Zusammenarbeit im Rahmen der regionalen Partizipation bezeichnete die Nagra das Standortareal JO-3+ als mögliches Areal für die Platzierung der Oberflächenanlage eines geologischen Tiefenlagers SMA. Das Standortareal für die Oberflächenanlage befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Villigen.

Die weitere Ausgestaltung der Oberflächenanlagen und mögliche Optimierungen werden in den nächsten Jahren in Zusammenarbeit mit der Standortregion erarbeitet und in ein allfälliges Rahmenbewilligungsgesuch übernommen.

Geografische Lage des Standortareals JO-3+ für die Oberflächenanlage.

Standortareal JO-3+ für die Oberflächenanlage

Mögliche Anordnung der Anlagenteile der Oberflächenanlage eines Tiefenlagers SMA.

Orthofoto des unteren Aaretals mit Standortareal JO-3+ und möglicher Erschliessung durch eine neue Aarebrücke Richtung Zwilag. Östlich angrenzend befinden sich beidseits der Aare die Anlagen des Paul Scherrer Instituts (PSI). In Rot ist der Platzbedarf der Oberflächenanlage eines Tiefenlagers SMA eingezeichnet.

Mögliche Einbindung der Oberflächenanlage in die Umgebung (fotorealistische Darstellung) am Beispiel der Oberflächenanlage für das Tiefenlager SMA.

Im Standortgebiet Jura Ost eignet sich der Opalinuston als Wirtgestein für die Lagerung schwach- und mittelaktiver Abfälle.

Er ist rund 175 Millionen Jahre alt. Die Opalinustonschicht weist im Standortgebiet eine Mächtigkeit von zirka 110 Meter auf und liefert den Hauptbeitrag zur Barrierenwirkung des Gesamtsystems. Bezüglich der oberen Rahmengesteine (Passwang-Formation und Untere Acuminata-Schichten) gibt es Ungewissheiten, die bei der Bewertung berücksichtigt wurden. Sie haben aber keinen Einfluss auf die Wahl der Standortgebiete. Die unteren Rahmengesteine (Toniger Lias) sind in ihrer Barrierenwirkung vergleichbar mit denjenigen im Faziesraum Ost. Das Standortgebiet verfügt über ein sehr günstiges Platzangebot im technisch-wissenschaftlich bevorzugten Tiefenbereich.

 

Der Lagerperimeter eines geologischen Tiefenlagers SMA in Jura Ost umfasst nach der Optimierung eine Fläche von 23,4 Quadratkilometer (vereinfachte Darstellung gemäss NTB 14-01).

Geologisches Profil von Westsüdwest nach Ostnordost durch das Standortgebiet Jura Ost. Der Pfeil markiert den Opalinuston.

 

Geologisches Gesteinsprofil, das die im Standortgebiet Jura Ost vorkommenden Gesteinsschichten zusammenfassend darstellt.

Fragen zur Region

Philip Birkhäuser
SR, ZNO, NL, JO, JS, WLB
+41 56 437 12 73

Fragen zum Sachplanverfahren: Bundesamt für Energie BFE

WWW.BFE.ADMIN.CH/RADIOAKTIVEABFAELLE

 

Fragen zur Sicherheit: Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI

WWW.ENSI.CH

 

2016 (22. März) Das BFE veröffentlicht die BAFU-Beurteilung zu den UVP-Voruntersuchungen Jura Ost und Zürich Nordost.
2015 (30. Jan.) Das BFE gibt Nagra-Vorschläge bekannt: Die geologischen Standortgebiete Zürich Nordost und Jura Ost sollen in Etappe 3 vertieft untersucht werden. Sie eignen sich für ein geologisches Tiefenlager SMA und HAA oder ein Kombilager. Die übrigen Standortgebiete sollen zurückgestellt werden. Es folgen die Detailprüfung der eingereichten Dokumente (Sicherheitstechnische Vergleiche, UVP-Voruntersuchungen ...) durch die Aufsichtsbehörde, eine öffentliche Anhörung und voraussichtlich 2017 der Bundesratsentscheid zu Etappe 2.
2014 (24. Mai) An der Versammlung der Regionalkonferenz Nördlich Lägern stellt die Nagra die Planungsstudien für die bezeichneten Standortareale NL-2 und NL-6 für die Oberflächenanlage vor.
2014 (15. Mai) An der Versammlung der Regionalkonferenz Zürich Nordost stellt die Nagra die Planungsstudien für das bezeichnete Standortareal ZNO-6b für die Oberflächenanlage vor.
2013 (4. Dez.) An der Versammlung der Regionalkonferenz Südranden stellt die Nagra die Planungsstudie für das bezeichnete Standortareale SR-4 für die Oberflächenanlage vor.
2013 (26. Sept.) An der Versammlung der Regionalkonferenz Jura Ost stellt die Nagra die Planungsstudien für das bezeichnete Standortareal JO-3+ vor. An der Versammlung der «Plattform Jura-Südfuss» stellt die Nagra die Planungsstudie für das bezeichnete Standortareal JS-1 vor.
2013 (5. Sept.) An der Versammlung der «Plattform Wellenberg» stellt die Nagra die Planungsstudie für das bezeichnete Standortareal WLB-1 vor.
2012 (20. Jan.) Anlässlich einer Medienkonferenz des Bundesamts für Energie (BFE) gibt die Nagra Vorschläge bekannt für mögliche Standortareale der Oberflächenanlage. Sie dienen als Diskussionsgrundlage für die regionale Partizipation.
2011 (30. Nov.)  Der Bundesrat entscheidet, das Standortgebiet Jura Ost definitiv in den Sachplan aufzunehmen. Er schliesst gleichzeitig Etappe 1 des Verfahrens ab und startet Etappe 2. 
2010 (1. Sept.) Start der öffentlichen Anhörung zur Etappe 1 des Auswahlverfahrens für geologische Tiefenlager. 
2010 (26. Feb.) Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) stimmt den vorgeschlagenen Standortgebieten nach deren Überprüfung hinsichtlich ihrer Sicherheit und bautechnischen Machbarkeit zu. 
2009 (10. Dez.) Bekanntgabe des provisorischen Planungsperimeters durch das Bundesamt für Energie (BFE).
2008 (11. Dez.) Oberbözberg. Das BFE informiert zusammen mit dem ENSI und der Nagra über die Vorschläge für geologische Standortgebiete.
2008 (6. Nov.)  Bekanntgabe der vorgeschlagenen Standortgebiete für die geologischen Tiefenlager durch das BFE. 
2008 (2. April) Bundesrat verabschiedet den Konzeptteil zum Sachplan geologische Tiefenlager. 
2006 (28. Juni)  Bundesrat genehmigt den Entsorgungsnachweis, weist aber das Gesuch um eine vorzeitige Standortfestlegung zurück. 
2005 Einreichung des Optionenberichts für hochaktive Abfälle (NTB 05-02, Darstellung und Beurteilung der aus sicherheitstechnisch-geologischer Sicht möglichen Wirtgesteine und Gebiete). 
2002 Einreichung des Entsorgungsnachweises für hochaktive Abfälle beim Bundesrat, geführt am Beispiel des Opalinustons im Zürcher Weinland. 
1991 – 1992 Regionale seismische Untersuchungen zwischen Aare und Bodensee (2D-Seismik).
1983 – 1984 Tiefbohrung Riniken (AG).
1982 – 1984 Regionale seismische Untersuchungen im Gebiet Olten – Schaffhausen 

Mehr Information

Technischer Bericht der Nagra NTB 14-01: «Sicherheitstechnischer Vergleich und Vorschlag der in Etappe 3 weiter zu untersuchenden geologischen Standortgebiete» – Textband; Dezember 2014

Technischer Bericht der Nagra NTB 14-01 – Anhang; Dezember 2014

Themenheft «Standortgebiete für geologische Tiefenlager – Sicherheitstechnischer Vergleich: Vorschläge für Etappe 3»; Januar 2015

Faltblatt «Standortgebiete für geologische Tiefenlager – Vorschläge der Nagra für Etappe 3»; Januar 2015

Explorationskonzept

Arbeitsbericht NAB 14-83: Konzepte der Standortuntersuchungen für SGT Etappe 3; Dezember 2014

Umweltverträglichkeitsprüfungen

UVP-Voruntersuchung für ein geologisches Tiefenlager SMA mit Standortareal JO-3+-SMA in Jura Ost; Januar 2015

UVP-Voruntersuchung für ein geologisches Tiefenlager HAA mit Standortareal JO-3+-HAA in Jura Ost; Januar 2015

UVP-Voruntersuchung für ein geologisches Tiefenlager Kombi mit Standortareal JO-3+-Kombi in Jura Ost; Januar 2015

Faktenblatt «Standortregion Jura Ost – Standortareal JO-3+ für die Oberflächenanlage eines Tiefenlagers (SMA/HAA/Kombi)»; September 2013

Planungsstudien

Arbeitsbericht NAB 13-66: «Standortareal JO-3+-SMA im Planungsperimeter Jura Ost für die Oberflächenanlage eines geologischen Tiefenlagers SMA – Planungsstudie»; September 2013

Arbeitsbericht NAB 13-67: «Standortareal JO-3+-HAA im Planungsperimeter Jura Ost für die Oberflächenanlage eines geologischen Tiefenlagers HAA – Planungsstudie»; September 2013

Arbeitsbericht NAB 13-68: «Standortareal JO-3+-Kombi im Planungsperimeter Jura Ost für die Oberflächenanlage eines geologischen Tiefenlagers Kombi – Planungsstudie»; September 2013

Oberflächenanlage

Wie sieht eine Oberflächenanlage für ein Tiefenlager SMA aus?

Wie sieht eine Oberflächenanlage für ein Tiefenlager HAA aus?

Ablauf der Zusammenarbeit bei der Festlegung der Standortareale