Glossar

 

Geologie Schweiz

Der Untergrund der Schweiz ist sehr vielfältig.

Auf einer relativ kleinen Fläche findet man eine bunte Abfolge von unterschiedlichen Gesteinen und Landschaftsformen.

Im Laufe der Erdentwicklung war das Gebiet der heutigen Schweiz mehrfach von Meer bedeckt, wovon die mächtigen Kalkschichten im Jura und Helvetikum zeugen.

Während der Alpenbildung wurde Material durch Wasser und Wind abgetragen, das sich im Mittelland als Molasse ablagerte.

Die Schweiz lässt sich von Norden nach Süden in vier unterscheidbare Einheiten gliedern.

Falten- und Tafeljura
Molasse – Mittelland
Helvetikum – Nordalpen
Kristallin – Zentral- und Südalpen

Falten- und Tafeljura

Im Norden und Nordwesten der Schweiz erstreckt sich der Falten- und Tafeljura. Er besteht im Wesentlichen aus Kalk-, Mergel- und Tongestein und Anhydrit/Gips.

Der Druck der entstehenden Alpen wirkte sich vor 15 bis 10 Millionen Jahren bis in die Nordschweiz aus. Dieser Druck faltete dort die Gesteinsschichten zum Faltenjura.

Der Creux du Van (NE) ist ein Beispiel für die mächtigen Kalkablagerungen aus der Jura-Zeit vor rund 160 Millionen Jahren. Durch Auffaltung und Abtragung entstand die eindrückliche Felsarena. Bild: Nagra

 

Molasse – Mittelland

Das Molassebecken erstreckt sich vom Bodensee bis an den Genfersee. Nördlich der sich erhebenden Alpen sammelten sich in den vergangenen 30 Millionen Jahren grosse Mengen von Abtragungsschutt an. Der Untergrund besteht aus Sandstein, Silt- und Mergelstein sowie aus Nagelfluh.

Es wird unterschieden zwischen Meeres- und Süsswassermolasse, abhängig davon, ob die Sedimente im Meer oder in Seen und Flusstälern abgelagert wurden.

Auf diesen Ablagerungen liegen Lockergesteine aus den Eiszeiten, die durch die Gletscher verfrachtet wurden.

Landschaft im Zürcher Weinland mit Blick über das Molassebecken bis zu den Alpen am Horizont. Bild: Nagra

Helvetikum – Nordalpen

Das Helvetikum bildet vom Thunersee bis ins Rheintal den Alpennordrand. Es besteht aus kalkigen und mergeligen Sedimenten, die sich in der Zeit vor 250 bis 65 Millionen Jahren im flachen Meer ablagerten.

In einer späten Phase der Alpenbildung wurden die helvetischen Sedimente durch den Druck der von Süden vorrückenden afrikanischen Kontinentalplatte vom kristallinen Untergrund abgeschürft und bis zu 50 Kilometer weit nach Nordwesten überschoben, wo sie heute mächtige Deckenstapel bilden. 

Die Churfirsten sind ein eindrückliches Beispiel für die Deckenstapel des Helvetikums. Bild: Nagra

Kristallin – Zentral- und Südalpen

In der südlichen Hälfte der Schweiz bilden kristalline Gesteine den sichtbaren Untergrund. Der Druck während der Gebirgsbildung verformte die Gesteine im Bereich des Alpengürtels stark.

In den Alpen treffen sich geologisch gesehen Afrika und Europa. Afrika bewegt sich seit rund 130 Millionen Jahren nach Norden und drückt gegen den eurasischen Kontinent. Die Gesteine werden durch den grossen Druck verformt und verfaltet. Deshalb heben sich die Alpen auch heute noch jährlich um ein bis zwei Millimeter. Diese Hebung wird durch die Erosion zum Teil ausgeglichen. 

Sidelhorn

Granitlandschaft in der Zentralschweiz. Die Kuppe in der Mitte des Bildes wurde durch Gletschereis rundgeschliffen, während die Spitzen im Hintergrund ihre Kanten behalten haben. Bild: Nagra

 

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