Glossar

 

Erdbeben

Ein Erdbeben ist eine Erschütterung der festen Erde, die durch tektonische Prozesse im Erdinnern ausgelöst wird.

Die Gefahr von Erdbeben gilt in der Schweiz als mässig bis mittel.

Erhöht ist sie im Wallis und in der Region Basel; leicht erhöht in der Zentralschweiz, im Engadin und im St. Galler Rheintal. Erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts kann man die Stärke von Erdbeben mit speziellen Messgeräten (Seismografen) aufzeichnen.

Die Bebenstärke wird als Magnitude angegeben. Beben, die zum Beispiel Möbel verschieben und Gebäude leicht beschädigen, entsprechen etwa der Magnitude 5 auf der Richterskala. Sie sind in der Schweiz einmal innerhalb von zehn Jahren wahrscheinlich. Beben, die Gebäude im Erdbebengebiet schwer beschädigen und teils zum Einstürzen bringen, entsprechen etwa der Magnitude 6. Man erwartet ein solches Beben einmal in 100 Jahren.

Kenntnisse der Erdbebensituation einer Region sind für die Beurteilung der Langzeitsicherheit eines geologischen Tiefenlagers von Bedeutung. Durch die Auswertung der Erdbeben kann man aktive Störungszonen lokalisieren. Diesen wird bei der Platzierung eines geologischen Tiefenlagers ausgewichen.

Weltweite Untersuchungen an Schächten, Stollen und Kavernen in Erdbebengebieten zeigen, dass Schäden an Untertagebauten selten sind und mit zunehmender Tiefe rasch abnehmen. Geologische Tiefenlager in einer Tiefe von mehreren Hundert Metern, platziert abseits von Störungszonen, sind deshalb auch durch starke Beben nicht gefährdet.

Dass Erdbeben unterschiedlich starke Auswirkungen an der Oberfläche und im Untergrund haben, zeigt sich zum Beispiel anhand des Bebens in der chinesischen Stadt Tang-Shan am 28. Juli 1976 (Magnitude 7,8 auf der Richterskala). Gebäude an der Oberfläche wurden total zerstört. Dagegen gab es in einem unterirdischen Bauwerk im gleichen Gebiet nur geringe Schäden.

Zerstörung von Oberflächenbauten nach dem Tang-Shan-Erdbeben von 1976. Bild: USGS Earthquake Information Bulletin 305

 

Nur gering beschädigtes unterirdisches Bauwerk nach dem grossen Beben von Tang-Shan. Bild: China Academy of Building Research (1986): «The mammoth Tangshan earthquake of 1976».

Erdbebengefährdung in der Schweiz

Abgebildet sind Erdbeben aus dem Zeitraum von 250 bis 2003 n. Chr. mit einer Magnitude grösser als 2,5 auf der Richterskala. Die Daten für Beben bis Anfang des 20. Jahrhunderts sind aus Chroniken abgeleitet. Bild: Schweizerischer Erdbebendienst