Glossar

 

Bohrungen

Geologische Bohrungen erlauben einen direkten Einblick in den geologischen Untergrund und dessen Aufbau.

Es gibt zwei verbreitete Bohrverfahren:

Bei Meisselbohrungen wird das Gestein unten im Bohrloch zerkleinert. Man pumpt eine Flüssigkeit durchs Bohrgestänge, welche Gesteinsstücke (Bohrklein) an die Erdoberfläche spült. Diese Bohrspülung wird in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert.

Bei den aufwändigeren Kernbohrungen zermahlen Hohlkronen nur das Gestein am Rande des Bohrlochs. In der Mitte der Bohrkrone bleibt ein so genannter Bohrkern stehen. Der Bohrkern wird gelöst und an die Erdoberfläche hochgezogen, wo das Gestein genau untersucht werden kann.

Ergänzend dazu werden verschiedene Bohrlochmessungen, so genannte Logs, sowie weitere hydrogeologische und felsmechanische Tests ausgeführt.

Sondierbohrungen der Nagra benötigen gemäss Kernenergiegesetz eine Bewilligung des UVEK (Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation). Die Nagra wird entsprechende Gesuche voraussichtlich 2016 einreichen. Die Bundesbehörden prüfen die Gesuche dann in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kantonen und Gemeinden. Der Bundesratsentscheid zur Etappe 2 wird voraussichtlich 2018 erwartet. Die ersten Bohrplätze werden erst danach eingerichtet.

Die Nagra hat bis anhin acht rund 1000 bis 2500 Meter tiefe Bohrungen in der Nordschweiz im Rahmen der Untersuchungen für den Entsorgungsnachweis abgeteuft, diese sind:

Böttstein 1501 Meter (1982 bis 1983)
Weiach 2482 Meter (1983)
Riniken 1801 Meter (1983 bis 1984)
Schafisheim 2006 Meter (1983 bis 1984)
Kaisten 1306 Meter (1984)
Leuggern 1689 Meter (1984 bis 1985)
Siblingen 1522 Meter (1988 bis 1989)
Benken 1007 Meter (1998 bis 1999)